Weihnachten und Silvester in Deutschland

Liebe Blog-Leserinnen und -Leser!

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich alle bei guter Gesundheit befinden. Zunächst aber wünsche ich Ihnen erst einmal alles Gute für das neue Jahr! Möge Gott uns Wohlbefinden schenken und uns bis zum nächsten Jahr führen. Die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel liegen nun hinter uns und ich hoffe, dass Sie in Ihren jeweiligen Familien gut gefeiert haben. Auch ich hatte eine gute Zeit während dieser Feiertage in Deutschland.

Weihnachten

Weihnachten wird auf der ganzen Welt gefeiert und stellt die Erinnerung an die Geburt Jesu dar. Es ist auch ein Fest des Teilens. An Weihnachten beschenkt man sich gegenseitig mit Geschenken. Die Vorweihnachtszeit wird als Advent bezeichnet, was so viel wie Ankunft bedeutet. Hier in Deutschland sieht man überall Weihnachtsdekorationen und Weihnachtsmärkte. Aufgrund der Pandemie gab es viele Dinge, die nicht stattfanden. Darunter das Kurrende Blasen in der Stadt – etwas, auf das ich mich so sehr gefreut hatte und auf das ich mich immer wieder freuen würde – und andere Konzerte. Allerdings habe ich an verschiedenen Adventsgottesdiensten teilgenommen, bei denen ich im Posaunenchor in Stuhr und in Alt Aumund gespielt habe. Außerdem besuchte ich zusammen mit meiner Mentorin ein Weihnachtskonzert, das in der Kulturkirche St. Stephani stattfand. Das war eine große Veranstaltung, wenn man bedenkt, wie außerordentlich gut die Bläserinnen und Sängerinnen waren. Am Tag dieses Konzerts war ich zuvor ein paar Stunden bei Thomas Urban zu einem Familienessen mit seinen Eltern Marianne und Werner Urban. Ich habe dort „Hawaii-Toast“ gegessen. Es waren sehr schöne Stunden.

Der Heilige Abend

Ich hatte die Ehre, zu den Gästen in der Familie von Ines und Stephan Möller gezählt zu werden – zusammen mit Lila, einem ehemaligen Freiwilligen aus Togo der Norddeutschen Mission, der gegenwärtig eine Ausbildung in Deutschland macht. Ich verstehe mich gut mit Lila und unternehme schon während einiger Zeit vieles mit ihm. Wir wurden mit dem Auto abgeholt und fuhren gemeinsam zu Möllers. Bei unserer Ankunft wurden wir sehr herzlich begrüßt und der Heilig Abend begann gemütlich. Wir unterhielten uns eine Weile bei einem Glas Sekt und erst um 18 Uhr begann dann das Essen. Als Menü gab es Raclette. Etwas, das ich zum ersten Mal gegessen habe und mir auch sehr gut geschmeckt hat. Nach dem Essen machten wir Platz für die Geschenke. Aber, bevor man sein Geschenk unter dem Tannenbaum auspacken durfte, musste man erst einen Würfel mit der Zahl 6 werfen – sonst musste man es mehrmals versuchen, bis man es endlich geschafft hatte. Alles verlief reibungslos, bis jeder von uns seine Geschenke erhalten hatte. Ich ging mit einem Sack voller Geschenke nach Hause, die von Ines und Stefan Möller, Stefans Großmutter und auch von meinen Arbeitskolleginnen Heike und Manuela stammten. Wir verbrachten einen wunderschönen Abend zusammen und kehrten erst spät in der Nacht zurück.

Am 25. Dezember, dem Weihnachtstag, aß ich bei Yawa und Uwe Schwingel ein gutes Fufu mit Erdnusssoße und Tomaten. Wir machten einen kleinen Spaziergang durch Blumenthal. Danach machten wir ein bisschen Musik.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag besuchte ich zunächst einmal den Gottesdienst in der Gemeinde Rekum, in dem wir auch geblasen haben. Am Nachmittag war ich bei Katrin, meiner Mentorin, um die Feierlichkeiten fortzusetzen. Katrins Familie ist sehr nett und toll. Ich sage immer Chorfamilie, weil Katrin, Christian und ihre beiden Kinder sehr gut singen können. Ich habe einen Abend mit ihnen verbracht, Geschenke von ihnen bekommen und zum zweiten Mal Raclette gegessen. Ich wurde während der Weihnachtstage mit Geschenken sehr verwöhnt.

Silvester

Auch Silvester habe ich wieder mit Lila zusammen gefeiert. Und zwar bei seiner Arbeitskollegin in der Nähe von Vegesack. Vorher habe ich am Nachmittag am Segnungsgottesdienst in der Melenchtongemeinde teilgenommen. Den Silvesterabend verbrachten wir dann mit grillen, Salat essen und Musik hören – Musik made in Togo.

Ein Jahr ist jetzt verstrichen und wir befinden uns in einem neuen Jahr. 2022: neue Herausforderungen und neue Projekte. Wir müssen uns noch mehr ins Zeug legen und unsere Anstrengungen verdoppeln, damit das neue Jahr gelingen kann. Möge Gott uns helfen, unsere Projekte effektiv zu verwirklichen!

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

Hermann

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs!

Noch einmal herzlich willkommen auf meiner Seite. Ich hoffe, es geht euch gut. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr neue Erfahrungen macht man. Auf meiner Arbeitsstelle ist alles in Ordnung. Aber: Draußen wird es wird immer kälter und der erste Schnee taucht auf. Bald wird der Winter kommen. In den letzten Tagen habe ich neue Dinge unternommen und ich freue mich, sie mit euch zu teilen.  

Vortrag über Togo

Die Norddeutsche Mission unterstützt Entwicklungsprojekte in Ghana und in Togo, insbesondere in ihrer togoischen Mitgliedskirche, der EEPT. Zu diesem Zweck war ich kürzlich mit meiner Arbeitskollegin Manuela in der St. Magnus Gemeinde in Bremen Nord, um einen Vortrag über Togo zu halten. Das Thema war: „Eine andere Welt – Eine gemeinsame“. Es war ein sehr schöner Nachmittag, den ich mit den Teilnehmenden verbrachte. Anhand von Bildern berichtete Manuela von ihrer Projektreise nach Togo und zählte die aktuellen Möglichkeiten und Chancen in Togo und Ghana auf. Im Anschluss daran hatte ich die Gelegenheit, über mich zu erzählen und die Fragen der Gäste zu beantworten.

Netzwerkwochenende

Um die Arbeit der NM zu stärken und den Austausch zwischen aktuellen und ehemaligen Freiwilligen zu ermöglichen, wird jedes Jahr ein Treffen namens „Netzwerk junger Erwachsener“ organisiert. Dieses Jahr fand es vom 12. bis 14. November in der Geschäftsstelle der Norddeutschen Mission in Bremen statt. An dem Seminar nahmen alle derzeitigen Freiwilligen der Norddeutschen Mission: Princess, Jean-Luc, Harry, Toussaint, Daniel, Sefako, drei ehemalige Nord-Süd Freiwillige: Maria, Katharina, Sara, die Generalsekretärin Heike Jakubeit und die Bildungsreferentin Frederike teil. Bei dem Seminar gab es einen Workshop über Nachhaltigkeit, den Frederike leitete. Wir machten uns Gedanken darüber, wie wir die nächsten Treffen in diesem Rahmen planen könnten und welche Zukunftsperspektiven wir als Netzwerk haben. Außerdem haben wir zusammen gesungen und Spaß gehabt.

Es gab eine Überraschung für uns, und zwar das Schlittschuhlaufen. Wir waren in der Eislaufhalle, um diesen Sport auszuprobieren. Es war für alle Freiwilligen als Selbsterfahrung neu – und wir fielen natürlich mehrere Male hin.

Am Tag nach dem Netzwerkwochenende nahmen wir an einem Radioworkshop teil, bei dem wir uns mit einem Tonschneideprogramm, nämlich Audacity, vertraut machten. Am Ende des Workshops hatten wir die Gelegenheit, einen Radiobeitrag zu erstellen, der auf FFN übertragen wurde. Die Anbieter des Workshops waren die Beauftragten des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen-Bremen GmbH (ekn). Es war eine großartige Lernerfahrung und hat viel Spaß gemacht.

Das Jahr nähert sich dem Ende und die Weihnachtsfeiertage stehen bereits vor der Tür. Wie üblich gehen dem Weihnachtsfest bestimmte Ereignisse voraus, unter anderem die vier Adventssonntage. Dies ist eine entscheidende Zeit der Vorbereitung auf die Feierlichkeiten zum Gedenken an den Geburtstag unseres Herrn Jesus Christus. Daneben gibt es auch Weihnachtsmärkte und all dies gehört zu den Weihnachtsbräuchen.

An einem Weihnachtsmarkt habe ich auch mit Princess und Manuela teilgenommen, bei dem auch die Norddeutsche Mission einen Stand hatte. Wir haben verschiedene Taschen aus Ghana und Togo, Bücher und T-Shirts verkauft.

Bisher habe ich Weihnachten in Togo gefeiert und es war auf jeden Fall eine tolle Zeit. Im Vergleich zu den Bräuchen hier in Deutschland ist die Vorweihnachtszeit bei mir zuhause natürlich einerseits durch die Adventssonntage, das Schmücken von öffentlichen Plätzen, Häusern und Kirchen gekennzeichnet – wie es auch hier in Deutschland üblich ist – andererseits aber auch durch das Entwerfen neuer Kleidungsstücke für das Fest und die Geschenke, vor allem für die Kinder, charakterisiert. In fast allen Gemeinden der Kirche werden Spiele(Krippenspiele), kleine Theaterstücke und Choreographien einstudiert. In dieser Zeit hat jedes Kind die Möglichkeit, an den verschiedenen vorweihnachtlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Außerdem werden die Bibelverse aus dem Lukas-Evangelium auswendig gelernt und am Heiligenabend nacheinander vorgetragen.

Es ist immer wieder beeindruckend, in einer fremden Welt zu sein, und in ihr auch Ähnlichkeiten zu finden, besonders jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit. Mich haben unter anderem die Adventslieder berührt, die auch im Gesangbuch meiner Kirche, der EEPT, zu finden sind. Zu diesen Liedern gehören: Macht hoch die Tür, Wie soll ich dich empfangen, Tochter Zion, … usw. 

Seit einigen Wochen nehme ich mit einer Gruppe von Konfis an einem Krippenspiel teil, bei dem die Konfis nicht nur das Spiel einüben, sondern auch aktiv an der Gestaltung des Krippenspiels teilhaben, indem sie ihre Ideen einbringen, wie man die Botschaft vom Evangelium Jesu Christi und der Liebe Gottes zur Menschheit durch das Senden seines einzigen Sohnes durch dieses Krippenspiel vermitteln kann. Das ist wirklich eine gute Sache. Was mich dabei am meisten beeindruckt, ist die Strategie und die Zeit, die die Leiterinnen investieren, um ihr Bestes für die Konfis zu geben.

Eine andere Sache ist die Geduld und das gute Herz der Leiterinnen. Trotz der Launen einiger Konfis gelingt es ihnen, geschickt mit ihnen umzugehen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht, seine Meinung zu sagen, ist von größter Bedeutung. Manchmal wundere ich mich im Alltagsleben über die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen gegenüber den älteren Personen. Aber, ich bin zum Schluss gekommen, dass dies eine Gewohnheit ist, die Kinder und Jugendliche von klein auf angenommen haben. Das spiegelt sich nun einfach in ihren Gewohnheiten wider. 

Woanders, zum Beispiel in Togo, würde man von Unhöflichkeit sprechen, aber ich denke, es kommt darauf an. Die freie Meinungsäußerung – ich denke, das ist auch ein Teil der Kultur. Wenn also alle Bedingungen erfüllt sind, um junge Menschen angemessen zu erziehen, glaube ich, dass auf diese Weise die Möglichkeit besteht, durch solche Bildungsarbeit auch gegen bestimmte gesellschaftliche Übel – wie Diskriminierung jeglicher Art und Rassismus – anzukämpfen. So wie das Kind weiß, dass es das Recht hat, sich zu behaupten, so weiß es auch, dass die Würde des Menschen unantastbar ist; alle Menschen sind gleich, unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft etc. 

Alles in allem ist es für mich Vieles nach wie vor eine gute Lernerfahrung, weshalb es sich gelohnt hat, an diesem Freiwilligenprogramm teilzunehmen. Ich hoffe, euch bald wiederzusehen und wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest! Und bis wir uns wiedersehen bleibt bitte gesund.

Euer Hermann

Liebe Blogleser und liebe Blogleserinnen, 

wie immer teile ich mit euch in diesem Blog meine Erfahrungen, Eindrücke und Beobachtungen während meines Freiwilligendienstes in Deutschland. Ich hoffe, ihr seid in guter Verfassung. Hier wird es immer kälter und kälter, und die richtige Kühle kommt erst noch…

Meine Arbeit wird von Tag zu Tag interessanter im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten, dank der verschiedenen Ereignisse, die sowohl am Arbeitsplatz als auch außerhalb des Arbeitsplatzes stattfinden.

Dazu gehören unter anderem regelmäßige Treffen mit einer Konfus-Gruppe, Ausflüge mit meinen Arbeitskollegen und auch Seminare. Die vorletzte Veranstaltung, die ich besuchte, fand vom 18. bis 20. Oktober in der Evangelischen Akademie Loccum statt. Es gab insgesamt 65 Teilnehmer – darunter sowohl weibliche als auch männliche Politiker, Dozenten, Lehrer, Forscher und Doktoranden. Das Thema lautete Neue Systemrivalität? Zwischen Kooperation und Konfrontation im Umgang mit autoritären Mächten.

Ziel der Tagung war es, über den schwierigen Umgang mit autoritären Mächten nachzudenken und Anstöße für Lösungsvorschläge zu geben. Auf der Tagung wurde deutlich, dass der Klimawandel als globale Herausforderung nur von allen Ländern gemeinsam angegangen und eventuell abgewendet werden kann. So die Sicht der westlichen Welt. Leider nutzt China z.B. auch hier nicht die Chance zur Kooperation, sondern startet einen Wettbewerb, um der Welt seine Macht und die Macht seines Systems zu zeigen.

Als Fazit wurde deutlich, dass man trotz allem immer versuchen sollte, im Dialog zu bleiben, ob es jetzt auf politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Ebene ist. Die Tagung war eine Gelegenheit für mich, neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen zu diskutieren. Ich muss zugeben, dass es eine Veranstaltung auf hohem Niveau war.

Außerdem hatte ich die Gelegenheit, einen Lesekreis in Lüneburg zu treffen, der aus Frauen besteht und derzeit das Buch „Heimkehren“ von Yaa Gyasi liest. In Lüneburg war ich mit Wolfgang Blum von der Norddeutschen Mission. Er ist zuständig für Projekte in Ghana und in Togo. Wir besuchten am Vormittag die schöne Stadt Lüneburg zu Fuß in Begleitung von Frau Maria Iwamoto, der Leiterin des Lesekreises. Am Nachmittag trafen wir uns dann mit der Lesekreis-Gruppe von etwa fünf Mitgliedern. Wolfang Blum hielt einen Vortrag über die Norddeutsche Mission und die verschiedenen Projekte in Togo und Ghana. Im Anschluss daran kam es zu einer Diskussion über Ghana, wobei ich erzählte, wie die Menschen in Ghana leben, wie die Kultur aussieht und das Alltagsleben. Weil Togo und Ghana viele Gemeinsamkeiten haben, konnte ich auch als Togoer gut etwas dazu sagen.

Meine Treffen mit den Konfis finden jeden Dienstagabend mit Katrin und anderen Konfus-Leiterinnen hier in Bremen statt. Was ich bei all dem interessant finde, ist die Vielfältigkeit des Konfirmandenunterrichtes. Im Gegensatz

zu Togo, wo es nur um das Lernen von Bibelversen, das Erlernen der Sakramente und alles andere, was mit Religion zu tun hat, geht. Hier werden die Konfirmanden und Konfirmandinnen durch andere Mittel wie Workshops und Gruppenarbeit dazu gebracht, die Empfehlungen der Bibel zu verstehen und in die Praxis umzusetzen.

Ich erinnere mich gut an das Feedback eines Konfis nach einem Workshop über nachhaltige Ernährung. Der Workshop, so sagte er, sei auch deshalb so interessant gewesen, weil es nicht mehr wieder nur um die Bibel ging, sondern um etwas ganz Praktisches rund um die Bibel.

Ziel des Workshops war es, den Konfis die Auswirkungen unseres Lebensmittelkonsums auf das Klima, die Frage nach dem Schutz von Gottes Geschöpfen, näher zu bringen. Ich denke, dass dies eine sehr gute Sache ist, die auch in die verschiedenen Konfi-Kurse in Togo und Ghana aufgenommen werden sollte. 

Eine weitere Veranstaltung, die ich besucht habe, fand anlässlich des Reformationstages in der Stadtkirche Delmenhorst zum Thema „Schaut hin! -Wo braucht es mehr Gerechtigkeit?“ statt. Dort war ich mit Heike Jakubeit

In Interviews wurden verschiedene gesellschaftliche Ungerechtigkeitsthematiken angesprochen. Für je ein Thema standen ein oder zwei Personen, die davon Zeugnis abgeben konnten. Sie wurden auch nach ihren Zukunftsvisionen für mehr Gerechtigkeit befragt.

Es ging zum Beispiel um die Situation der Pflegekräfte in Deutschland. Wobei dieser Bereich zwar von großer Bedeutung ist, aber schlecht entlohnt wird und es derzeit an Arbeitskräften mangelt. Darüber hinaus auch um die Frage des Lebens mit Behinderungen, der selbstständigen Kulturschaffenden in Zeiten von Corona und Migration sowie Wohnungsnot. Ich wurde zur Frage der weltweiten Impfgerechtigkeit interviewt.

Mein Appell: Nur Impfdosenspenden reichen nicht. Auch Impfstoffpatente müssen freigegeben werden. Denn: Wohltätigkeit ist zwar eine großartige Haltung und übt Nächstenliebe, aber mit Gerechtigkeit verbinde ich mehr als mit Wohltätigkeit allein.

Weihbischof Wilfried Theising, der predigte, und vor ihm schon andere an diesem Abend, appellierten an mehr Handeln statt lange Reden zu halten. Er sagte: Liebe sei Tat.

Anlässlich dieses Reformationstages hatte ich die Gelegenheit, am Fernsehgottesdienst teilzunehmen, der in Aumund stattfand und in der ARD übertragen wurde. Den Gottesdienst könnt ihr euch in der ARD-Mediathek anschauen. Viel Spaß beim Sehen!

Euer Hermann

Zwischenseminar/ Geburtstag

Liebe Blogsleserinnen,

Liebe Blogsleser

Ich hoffe, dass es euch gut geht. Die Zeit vergeht schrittweise, und ich habe fast die Hälfte meines Freiwilligenjahres hinter mir. Der Sommer ist vorbei und wir befinden uns jetzt im Herbst. Der Wind weht und es wird kälter. Sowohl bei der Arbeit als auch im Alltagsleben läuft alles gut, und peu à peu nähern wir uns dem Ende des Jahres. Neben dem Freiwilligendienst habe ich auch die Verpflichtung, an Seminaren teilzunehmen, die ebenfalls als Dienstzeit gelten. Zusammen mit den Freiwilligen der VEM waren wir in Wuppertal zum Zwischenseminar. Wir waren insgesamt 25 Teilnehmer, einschließlich der Freiwilligenreferentinnen. Das Seminar fand vom 13. bis 19. September statt. Es war eine Zeit des Erfahrungsaustauschs und des Lernens. Durch die Anwesenheit von Expertinnen und Experten aus bestimmten Bereichen erfuhren wir mehr über die Themen Umweltschutz, das Wahlsystem in Deutschland, Rassismus und dessen verschiedene Aspekte sowie nachhaltige Entwicklung. Wir haben auch unsere Zukunftsperspektiven projiziert und sind nach dem Seminar viel besser gerüstet für die zweite Jahreshälfte. Wir waren zunächst in den Räumlichkeiten des CVJM und dann in der Jugendherberge untergebracht. Im Anschluss an die Andacht sangen wir gemeinsam, und es war für uns alle ein Moment der Kontemplation. Typisch für Wuppertal ist die Schwebebahn, mit der die meisten von uns zum ersten Mal gefahren sind und es war cool. Kurz gesagt, wir hatten eine tolle Zeit, vor allem das Zusammenleben und die aktive Teilnahme von allen.

Geburtstag in Deutschland

Ich habe dieses Jahr ein Jahr mehr gefeiert, und zwar am 25. September. Ich bin in meinem 23. Jahr und habe es vor allem in Deutschland gefeiert. Ich erzähle euch ein wenig über diesen Tag. Am Samstag habe ich mein Zimmer aufgeräumt, das mehr oder weniger unordentlich war, und die Wohnung geputzt. Nachdem ich die Wohnung geputzt hatte, ging ich zum Einkaufen. Mittlerweile hatte ich meine Familie aus Togo per WhatsApp-Videocall angerufen. Das Telefonat dauerte etwa eine Stunde und wir sprachen über alles Mögliche. Am Nachmittag wurde ich von Thomas Urban in sein Haus eingeladen. Seine Eltern Marianne und Werner Urban und ein Nachbar namens Andreas waren ebenfalls anwesend. Es gab eine Überraschung für mich. Soeben war ich zur Tür hereingekommen, ertönte die Trompete: das traditionelle „Happy Birthday to you“. Ich war ziemlich gerührt muss ich zugeben. Werner Urban war der ehemalige Landesposaunenwart von Bremen. Er war auch an der Gründung des Posaunenwerks in Togo beteiligt. – Ich spiele schon in mehrehren Posaunenchören in Bremen-  Nach dem Sekt gab es einen Kuchen, den Marianne speziell für mich gebacken hatte. Anschließend diskutierten wir über die Arbeit der Posaunenchöre von den Anfängen bis zur heutigen Zeit. Werner Urban teilte mit uns seine Erfahrungen, insbesondere von seinen Aufenthalten in verschiedenen Städten Togos. Ich war manchmal sehr überrascht, dass Werner sich trotz seines Alters (92) noch an alle Details und sogar an die Namen der entlegensten Dörfer in Togo erinnern kann. Wir haben auch gegrillt und mein Lieblingsgericht aus Deutschland war auch dabei: Kartoffelsalat. Nach dem Essen sahen wir uns einige Aufnahmen der togoischen Posaunenaufführungen an. Der Abend ging gut zu Ende und ich ging gegen 22 Uhr zurück nach Horn. Am nächsten Tag wachte ich später auf als sonst. Schließlich hatte ich am Vortag meinen Geburtstag gut gefeiert.

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und bis dahin bleibt ihr bitte Gesund!

Euer Hermann

Ausflug/Reise nach Paris

Moin ihr Lieben!

Ich hoffe es geht euch gut und ihr verbringt in gewisser Weise tolle Momente in dieser Sommerzeit. Die Zeit vergeht schnell und man lernt neue Dinge und neue Orte kennen. Ich erzähle euch heute wie versprochen von dem Ausflug der Freiwilligen der Norddeutschen Mission und auch meiner eigenen Reise in die Metropole Frankreichs.   

Ausflug in Bremerhaven

Am 29. Juli 2021 fand der Ausflug statt. Der Ausflug begann in Bremen gegen 8 Uhr, davor hatten wir paar Minuten gesungen und getanzt. Wir waren insgesamt neun Teilnehmer darunter sieben Freiwilligen (Jean-Luc, Toussaint, Harry, Daniel Sefako, Princess, Hermann), die Generalsekretärin Heike Jakubeit und ein Mitarbeiter der Norddeutschen Mission Ralf Schmidt. Die Fahrt dauerte etwa 50 Minuten. In Bremerhaven angekommen, gingen wir direkt zum Ziel, also Zum Klimahaus. Wir erledigten die Formalitäten für den Zugang zum Haus und begannen dann mit unserer Entdeckung. Das Klimahaus in Bremerhaven ist eine Weltreise, auf der man die Klimazonen der Erde hautnah und eindrucksvoll erlebt. Wir haben alle fünf Kontinente und neue Orte kennengelernt. Manchmal haben wir geschwitzt, manchmal haben wir gefroren. Mit Hilfe von Projektionen haben uns Menschen aus aller Welt über ihr tägliches Leben und die Auswirkungen des vorherrschenden Klimas auf ihr Leben informiert. Natürlich gab es für jedes Klima eine typische Vertretung. Nach der Weltreise im Klimahaus, gingen wir zum Hafen von Bremerhaven, schauten uns auf den Plätzen um und entschieden uns schließlich das Riesenrad auszuprobieren. Die Aussicht von oben war sehr cool und von dort aus konnte man erkennen, dass das Klimahaus wie ein Schiff geformt ist. Danach machten wir uns auf den Weg nach Sahlenburg an der Nordsee. Die Fahrt dauerte fast eine Stunde und wir kamen in Sahlenburg an der Nordsee an. Das Wetter war ganz anders, natürlich sehr windig und kalt. Zunächst kehrten wir in ein Restaurant ein, um zu essen. Es gab Fisch und Pommes zum Essen. Das Essen war sehr gut, und danach sind wir am Strand entlang zu Fuß gelaufen und haben ein paar Fotos gemacht. Wir verließen Sahlenburg gegen 15 Uhr und machten uns auf den Weg nach Bremen. Wir waren alle ein bisschen müde, aber es war großartig.

Am selben Tag hatten wir ein Treffen mit Ines und Anneke, die beide Mitglieder der NM sind. Während andere einkaufen gingen, bereiteten andere mögliche Dinge vor, für das, was wir vorhatten. Wir haben gegrillt und auch Salat war im Menü. Inzwischen haben wir viel geschnackt und viel gelacht. Spät in der Nacht verließen wir den Ort. Es war ein toller Tag gewesen.

Reise Nach Paris

Die Reise fand am Freitag, den 13. August statt, und ich verbrachte zwei Tage in Paris. Die Busreise nach Paris erfolgte in modernen 3-4 Sterne Fernbus. Aber vorher bin ich von Bremen mit dem Zug nach Düsseldorf. Der Zustieg sollte eigentlich in Dortmund sein, aber da der Zug ausfiel, musste ich mir eine andere Zugverbindung suchen, um rechtzeitig anzukommen und den Bus nicht zu verpassen. Wir verließen Düsseldorf gegen 23 Uhr. Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir die Grenze. Wir machten eine halbstündige Pause und wechselten dann den Fahrer, der uns zu unserem Ziel bringen sollte. Die Reise ging weiter, und am Samstag früh kamen wir in Paris an. Wir machten eine weitere kurze Pause zum Frühstück. Ich kam sofort und ohne zu zögern mit der Verkäuferin ins Gespräch, während andere sich abmühten, etwas auf Englisch oder Französisch zu sagen, um etwas zu kaufen. Nun, es ist Französisch! Nichts ist angenehmer, als sich in einer Umgebung aufzuhalten, in der man die Landessprache sprechen kann.

Nach der Pause schloss ich mich der Stadtrundfahrt durch die französische Hauptstadt an. Paris ist eine schöne Stadt, muss ich gestehen. Zunächst von dem großen Fußball-Stadion bis zum Eiffelturm, dann Sacré Coeur, le Louvre und andere Sehenswürdigkeiten, Geschäfte und Restaurants. Die Bootsfahrt mit den berühmten Bateaux Mouches entlang der Seine-Ufer. Verliebte geben sich unter der Brücke Pont Neuf den Kuss für das Glück ihres Lebens. So hieß die Tradition. Nach der Stadtbesichtigung kehrten wir zum Ibis-Hotel in Courbevoie an der Seine zurück.

In den nächsten Stunden hatte jeder Zeit, Paris auf eigene Faust zu entdecken. Kurzerhand kaufte ich ein Tagesticket für die Metro. Ich nahm erstmal die Richtung Champs Elysées. Seitdem ich in Europa angekommen bin, beziehen sich die Durchsagen in öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Vorsicht beim Einsteigen. Ich war zunächst irritiert, als es jetzt in der Durchsage hieß „Vorsicht vor Taschendieben“. Ich war gerade in die U-Bahn eingestiegen, als die Durchsage erschien, und ich dachte, die Durchsage war auf mich bezogen. Erst nach einigen weiteren Durchsagen, nachdem andere Fahrgäste eingestiegen waren, wurde mir klar, dass es sich nur um eine gewöhnliche Durchsage handelte. Nach ein paar U-Bahn-Stationen stieg ich aus und ging zu Fuß zu den Champs Elysées. Es ist immer beeindruckend, einen Ort zu betreten, den man nur aus Bildern oder aus dem Fernsehen kennt. Die Atmosphäre auf der gesamten Allee war beeindruckend, und mit der Ankunft von Messi, des Fußballspielers aus Barcelona, in Paris wurde die Stimmung noch besser. Nachdem ich einige Fotos gemacht hatte, setzte ich meinen Weg zum Eiffelturm über die Pont d’Alma fort. Den schönsten Ausblick der Stadt bietet der Tour Montparnasse. Der schnellste Aufzug Europas bringt uns dort in etwa 40 Sekunden in die 56. Etage. In 210 m Höhe befindet sich die größte Terrasse von Paris. Es war eine tolle Aussicht. Ich habe die wunderschöne Stadt Paris zu Fuß und mit der Metro bis spät in die Nacht entdeckt, besonders den Eiffelturm in seinem Lichterkleid. Jedes Mal, wenn ich mich nicht zurechtfand, habe ich einfach die Einheimischen nach dem Weg gefragt. Der nächste Tag, Sonntag, war die Heimreise. Nach dem Frühstück im Hotel packten wir unsere Sachen, fuhren zum Schloss Versailles. Von dort brachen wir am früheren Nachmittag in Richtung Deutschland auf. Wieder an der Grenze verabschiedete sich der Fahrer von uns und wünschte sich, die gleichen Gesichter beim nächsten Mal wiederzusehen. Von Köln aus machte ich meine letzte Busfahrt nach Bremen. Ich kam gegen 5 Uhr morgens sehr erschöpft, aber sehr zufrieden an.

Es war eine kurze Reise nach Paris, aber sie hat sich gelohnt, und wie ich oben sagte, ist eine Reise an sich schon ein Schritt aus der eigenen Komfortzone, denn es ist viel einfacher, sich der Welt zu öffnen, wenn man sich außerhalb seiner Komfortzone befindet. Bis zum näschten Mal und bis dahin bleibt ihr bitte gesund!

Euer Hermann

Beobachtungen

Es ist mir wieder eine Freude, meine Erfahrungen während meines Aufenthalts hier in Deutschland mit euch zu teilen. In meinem letzten Blog habe ich einige Aspekte der deutschen Kultur erwähnt. Vieles kommt mir manchmal seltsam vor, weil es das in meinem Heimatland nicht gibt oder nicht praktiziert wird.

Beim Essen

Die meisten deutschen Familien essen zusammen am Tisch, auch wenn das nicht immer der Fall ist. Während des Essens wird geredet. Anders als in Togo, wo das nur an Feiertagen oder besonderen Tagen der Fall ist. Sonst kann jedes Familienmitglied, mit seinem Essen machen, was es möchte. Ob es im Wohnzimmer, in der Küche oder in seinem Zimmer isst, bleibt ihm oder ihr überlassen. Wenn wir essen, reden wir nicht.

Rauchen

Rauchen ist in Togo ein Synonym für Kriminalität. Die Raucher sind nicht gerne gesehen. Diejenigen, die rauchen, verstecken sich oft, um zu rauchen, oder treffen sich in einer bestimmten Ecke der Stadt, um zu rauchen. Rauchen als Synonym für Kriminalität: Weil denjenigen, die rauchen, kriminelle Handlungen nachgesagt werden. Ich habe festgestellt, dass das hier in Deutschland anders ist. Rauchen in Deutschland bedeutet nicht unbedingt, dass die Person kriminell ist. Laut der Statistiken ist das Rauchen unter Männern verbreiteter als unter Frauen, aber persönlich würde ich sagen, dass Frauen mehr rauchen als Männer. In Togo ist es völlig inakzeptabel, dass Frauen rauchen. Deshalb kommt es mir auch sicher so vor, als würden Frauen mehr rauchen als Männer. Zuerst war ich sprachlos, als ich sah, wie Frauen jeden Moment eine Zigarettenschachtel leerten…Das Einzige, was ich feststellen konnte, war, dass abgesehen von einigen wenigen Orten, an denen das Rauchen verboten ist, das Rauchen überall sonst erlaubt ist. Die Frage ist, ob sich die in Deutschland gerauchte Zigarette von der in Togo verwendeten unterscheidet? Warum wird ein Mensch in Togo durch Rauchen zum „Alien“?

Musik

Ich spiele jetzt seit ein paar Wochen Trompete in den Posaunenchören in Bremen –und zwar im Posaunenchor in Blockdieck, Seehausen und manchmal in Rekum…. und bin sehr beeindruckt von der Art und Weise, wie die Probe läuft.Oft ist der Posaunenchorleiter bemüht, die Geschichte des Stückes zu erzählen. Der Komponist und die Umstände, unter denen er das Stück komponiert hat und wie es gespielt werden soll. ich finde das sehr interessant und großartig seitens der Posaunenchorleiter. Ich verstehe nicht alles, aber im Laufe der Zeit wird es besser sein. Ich komme immer wieder auf diesen Aspekt der Disziplin und Ordnung zurück, den es in Deutschland gibt. Dieser Aspekt ist in fast allen Bereichen immer sichtbar und es ist eine sehr gute Sache, die man nachahmen kann. Der einzige Unterschied ist, dass die Lieder ohne Schlagzeug gespielt werden. Während Posaunenaufführungen in Togo von anderen Musikinstrumenten begleitet werden, bleiben sie hier in Deutschland einzigartig. Die meisten Bläser spielen „auswendig“, das Sogenannte „by heart“

Sommer…

Eine gute Jahreszeit zum Genießen. Meine Sandalen, die ich aus Togo mitgebracht habe – und die seit vier Monaten noch verpackt waren, sind jetzt ausgepackt. Das Wetter ist schön, es ist nicht mehr kühl und man kann im T-Shirt rausgehen. Während dieser Sommerzeit habe ich mehr gesehen und in meinem nächsten Blog habe ich viel zu erzählen. Angefangen mit dem Ausflug, den ich zusammen mit anderen Freiwilligen der Norddeutschen Mission nach Bremerhaven gemacht habe. Es war wirklich cool!

Bis zum nächsten Mal und bis dahin bleibt ihr bitte gesund!!!

Euer Hermann

Integration, Kultur und Rassismus

Liebe Blogleserinnen,

Liebe Blogleser,

Eine neue Kultur zu erlernen, sich an ein fremdes Land zu gewöhnen, die richtige Balance zwischen Anpassung an eine andere Umgebung und Beibehaltung der eigenen Identität zu finden, ist eine der Herausforderungen, denen man in einem neuen Land gegenübersteht. Am Anfang hatte ich viele Fragen, wie die Leute dies oder jenes automatisch schaffen. Ob es um das Fahren mit dem Bus oder der Bahn geht, den Reflex, Fußgängern Vorfahrt zu gewähren, keinen Müll irgendwo hinzuwerfen, immer zu warten, bis die Ampel auch ohne Verkehr grün wird, bevor man die Straße überquert und so viele andere Dinge. Die Antworten auf diese Fragen, lautet nun für mich: Es ist eine Frage der Gewohnheit und der Zeit. Am Anfang war es für mich schwierig, mit dem Bus zu fahren, umzusteigen und so weiter. Jetzt, nach ein paar Monaten, kann ich das problemlos tun. Ich kann aus meinen Erfahrungen bestätigen, dass es wirklich eine Frage der Zeit und der Gewohnheit ist. Der Beweis ist, dass ich mir angewöhnt habe, mit dem Bus 25 aus der Innenstadt nach Hause zu fahren. Kurz nach meinem Umzug bin ich wieder in denselben Bus gesprungen, um nach Hause zu kommen. Erst nach einer Weile wurde mir klar, dass ich nicht im richtigen Bus saß. Ich bin daher zum Schluss gekommen, dass ich schon daran gewöhnt bin und, dass ich die Orakel nicht befragen sollte, bevor ich in den Bus einsteige. Ein Bruder aus Ghana, der seit 30 Jahren hier lebt hat mir weiter erzählt, dass die Krankheit, die man nach einem Aufenthalt in Deutschland kriegt, Sauberkeit ist. Die Menschen werfen ihren Abfall in den Müll. In Togo ist dies nicht immer der Fall. Obwohl es überall in der Stadt Mülleimer gibt, machen sich viele Menschen nicht die Mühe, ihren Müll in den Mülleimer zu werfen. Ich denke, das ist eine gute Sache, die man nachahmen sollte. Auch im Straßenverkehr bin ich immer beeindruckt, wenn der Fußgänger Vorfahrt hat, und ich denke, dass diese Anpassung gerade für Deutschland gilt. Denn in Togo ist das Gegenteil der Fall. Ein weiterer Aspekt ist die gesamte Disziplin, in der sich das Land befindet. Alles ist in Ordnung. Es gibt viele Regeln, und ich glaube, Deutschland funktioniert gerade deshalb, weil es diese Regeln gibt. RassismusDie Frage von Rassismus bleibt ein zentrales Thema. Ich hab während meines Aufenthaltes einige rassistische Handlungen erlebt, besonders beim Reisen mit der Bahn. Die Tatsache, mehrmals allein im Zug kontrolliert zu werden, obwohl noch andere weiße Fahrgäste an Bord sind. Allein das Wort „Schwarzfahren“ vermittelt Rassismus und ich denke, dass Schwarze Personen deshalb mehrmals kontrolliert werden. Um sicher zu gehen, dass ich in den richtigen Zug stieg, fragte ich einen VBN-Mitarbeiter, ob der Zug, der gerade abfuhr, zu meinem Ziel fuhr. Seine Antwort war nicht das, was ich erwartet hatte. Er antwortete mir, dass der Zug nur zu meinem Ziel fahren würde, wenn ich das Ticket gekauft hätte – als ob ich ohne Fahrkarte unterwegs wäre. Ich bin mir nicht sicher, ob er einer Weißen Person die gleiche Antwort gegeben hätte wie mir. Ein weiterer Aspekt ist, dass man neben einer Person Platz nimmt und diese Person sofort den Platz wechselt. Ich denke, das ist Rassismus, bei dem sich einige Leute für wichtiger halten als andere. Trotzdem bin ich manchmal sehr gerührt von Fremden, die sich bemühen, mich anzusprechen oder wohlwollend auf mein Anliegen zu reagieren. Ich habe bis dahin noch sehr freundliche und offene Menschen kennengelernt. Ich würde sagen, dass die Bremer nicht so rassistisch sind. Ich musste nur einen Tag in Dortmund verbringen, um zu erkennen, dass Bremen außergewöhnlich ist. Ich war in Dortmund mit einem Freiwilligen aus Ghana unterwegs und wir hatten es mit zwei Rassisten zu tun. Wäre die Anwesenheit unseres weißen Freundes nicht gewesen, hätte etwas anderes passieren können. Wir mussten mit dem Zug fahren, um an einer Haltestelle auszusteigen, zu der unser Freund kommen und uns abholen sollte. Zufällig saßen wir im selben Zug, ohne es zu wissen. Es waren auch zwei Nazis mit Tattoos im Zug, die sogar ein T-Shirt mit Nazi-Aufschriften trugen. Unser Freund hat diese Nazis im Zug bemerkt. Als wir aus dem Zug ausstiegen, stiegen auch sie aus. – Bis dahin wussten mein Freund aus Ghana und ich nicht einmal, dass wir in Gefahr waren. – Unser Freund gab uns ein Handzeichen, einen anderen Weg zu nehmen und ließ uns wissen, dass wir gejagt wurden und dass wir mögliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen sollten. Die Nazis waren dicht hinter uns, aber ich denke, dass die Anwesenheit unseres weißen Freundes sie daran hinderte, sich uns zu nähern. Wir mussten also unseren Weg ändern sogar an der Wohnung vorbeifahren zu der wir wollten, damit sie uns nicht wieder einholen konnten. Wir konnten ihnen entkommen: Gott sei Dank! Ich habe über solche Dinge gelesen oder erfahren aber dieses Mal habe ich es selbst erlebt und es macht keinen guten Eindruck.Außerdem fragte uns eine Dame, mit der wir zusammen mit meinem Freund den Zug nehmen mussten, ob wir Flüchtlinge seien. Ich sagte entschieden «Nein». Sie sagte, dass sie wisse, dass es in Afrika Armut gebe und so weiter. Wir kommen also nach Europa, weil wir glauben, dass Gold vom Himmel fällt? Das wollte sie uns wohl sagen. Sie plauderte über alles und nichts. Dann fragte sie, wie alt mein Freund und ich seien. Nach einer Weile drehte sie sich wieder zu uns um und sagte, dass ich ein bisschen hellhäutig sei, während mein Freund dunkelschwarz sei. Zu allem Überfluss öffnete sie ihr Portemonnaie und gab mir 1,50€ und sagte, dass sie wisse, dass es nicht viel sei, ich es aber sicher gut brauchen könne, und dass ich ihr jedes Mal beim Umsteigen helfen sollte, ihren Koffer zu tragen. Ich fand ihr Verhalten etwas unangebracht, aber ich dachte mir, dass sie nett zu uns sein wollte, es aber auf die falsche Weise tat. Ich fühlte mich jedoch hilfreich, denn obwohl sie uns unterschätzte, vertraute sie mir ihren Koffer an.Ich bin nicht der Erste und werde auch nicht der Letzte sein, den solche Dingen erlebt. Ich weiss, dass solange Menschen in einer Gesellschaft leben und sie unterschiedliche Auffassungen haben, es immer Missverständnisse geben wird. Wichtig ist es, wenigstens die Würde des Anderen zu bewahren, egal wie er ist oder wo er herkommt.

Alltagsleben

Moin Ihr Lieben,

ich hoffe, es geht Euch gut. Es ist mir immer noch ein Spaß, ein paar Abschnitte über meinen derzeitigen Aufenthalt in Deutschland zu schreiben. Je mehr die Zeit vergeht, desto mehr erfährt man neue Dinge aus dem täglichen Leben.Diesmal möchte ich von meinem Alltag erzählen.Ich arbeite von Montag bis Freitag in der Geschäftsstelle der Norddeutschen Mission in Bremen mit teilweise flexiblen Arbeitszeiten. Zu Ihrer Information: Die „Bremer Mission“ – wie wir sie in Togo nennen – oder die Norddeutsche Mission ist eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit Projekten und Programmen Entwicklungszusammenarbeit zu fördern. So können Menschen die gute Botschaft von Jesus Christus ganzheitlich verstehen. Das Evangelium hat mit Lebensqualität zu tun. Außerdem unterstützt die NM den Austausch zwischen ihren Partnern in Deutschland und in Westafrika (Togo und Ghana).Manchmal stehe ich morgens sehr früh auf, weil ich in einem Studentenwohnheim wohne. Wir teilen die Duschen, Küchen, Toiletten…Mein Arbeitsplatz ist nicht allzu weit entfernt, aber ich fahre oft mit dem Bus oder Fahrrad dorthin. Ich gehe selten zu Fuß.Für mich ist es ist manchmal interessant und manchmal langweilig in der NM Geschäftsstelle zu arbeiten. Langweilig aufgrund der Tatsache, dass es oft nicht viel für mich zu tun gibt. Aber alles in allem gibt es genug zu tun, z.B. Arbeit im Garten, Café Mittwoch, Übersetzung und etwas Büroarbeit. Was mir besonders gefällt, ist die Atmosphäre im Büro. Es gibt keine Kommunikationsbarriere mit den Menschen, die dort arbeiten. Sie sind sehr offen und freundlich, was mir ein gutes Gefühl gibt. Beim Café Mittwoch in der Gemeinde Horn macht es immer Spaß beim Kaffeekochen und Tütenverteilen zu helfen und mit den Leuten, die dabei sind, zu sprechen. Das ist sehr hilfreich für mich. Dadurch kann ich meine Deutschkenntnisse vertiefen.Ich lerne neue Gäste kennen und es ist immer interessant, was Neues von ihnen zu lernen. Nach der Arbeit besuche ich ein ab und zu einige Ecken der Stadt. Leider kann ich im Moment wegen der Pandemie nicht viel sehen; viele Dinge sind verlangsamt. Es kommt oft vor, dass ich spät am Tag koche, weil wir im Wohnheim so viele sind und ich warten muss, bis die Küche frei ist. Aber bald werde ich in eine Wohnung ziehen, die viel besser ist als die im Wohnheim.Oft verbringe ich meine Zeit damit, an einigen Veranstaltungen online teilzunehmen, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Gerne nehme ich an den Veranstaltungen der ESG (Evangelische Studierenden Gemeinschaft – Bremen) teilDie ESG ist wie eine Gemeinde innerhalb der BEK für Studierende und junge Erwachsene. Es gibt kreative Andachten und Gottesdienste – im Team mit Studierenden entwickelt. Außerdem gibt es online den ESG Chor, aber letztes Mal konnten wir schon live – in Präsenz – singen.Mindestens zweimal pro Woche gehe ich joggen, oft auch nachts. Ich habe hier keine Angst. Abends habe ich auch die Möglichkeit, mit einigen Freunden im Wohnheim zu plaudern und das macht viel Spaß. Wir reden über alles und jedes.An den Wochenenden besuche ich eine Familie in Blumenthal. Wir fahren Fahrrad und spielen Trompete. Sonntags nehme ich wie immer am Gottesdienst teil, der höchstens eine Stunde dauert. Ein kurzer Gottesdienst: Das ist immer noch ungewohnt für mich. Kurz gesagt,  verläuft mein Aufenthalt hier in Deutschland  gut und ich bin optimistisch, dass sich die Situation der Pandemie verbessern wird und dass die Dinge wieder so werden, wie sie waren. Danke und bis zum nächsten Mal

Euer Hermann

Eindrücke

Liebe Blogleserinnen,

Liebe Blogleser,

Ich freue mich sehr, meine ersten Erfahrungen oder Eindrücke und Entdeckungen, um es mal so zu sagen, in den folgenden Zeilen mit Ihnen zu teilen. Reisen ist eine der bereicherndsten Erfahrungen, besonders wenn man jung ist. Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund die Möglichkeit, eine andere Kultur zu sehen. In Deutschland, hat sich alles verändert, das Umfeld ist anregender geworden. Bevor ich nach Deutschland kam, habe ich mich oft gefragt, wie mein neues Leben sein würde, wie ich mich integrieren würde. Nun liegt die Realität vor mir. Ihr werdet mir zustimmen, dass der Anfang nicht so einfach ist, obwohl ich Vorkenntnisse in Deutsch habe denn jeder spricht Deutsch mit seinem eigenen Akzent und es ist manchmal kompliziert, verstanden zu werden. Das Wetter ist im Vergleich zu Togo viel spezieller. Wie wir oft sagen: „Es gibt kein schlechtes Wetter sondern schlechte Kleidungen“. Ich habe mir angewöhnt, mit Hose und Socken ins Bett zu gehen, was nicht der Fall war, als ich noch in Togo war. Die Temperatur variiert hier in Deutschland. Es ist bis zu 0 Grad kalt und ich kann nicht ohne angemessene Kleidung rausgehen.Wir sind uns alle der gesundheitlichen Situation bewusst, in der sich die ganze Welt befindet. Die meisten Aktivitäten werden online durchgeführt und es ist mehr oder weniger schwierig, mit Anderen in Kontakt zu treten. Allerdings habe ich dieses Jahr die Gelegenheit, Ostern in Deutschland zu feiern.

Ostern in Deutschland…

Natürlich gibt es einen Unterschied in der Art und Weise, wie das Fest gefeiert wird, aber die Botschaft bleibt die gleiche: die Wiederkunft von Jesus Christus zum ewigen Leben.Die Feier dieses Festes wurde aufgrund der Pandemie in völliger Einfachheit durchgeführt. Der Gottesdienst war für mich ein bisschen langweilig, weil es keinen Chor oder ähnliches gab. In Togo wird dieses Fest, wie üblich, mit Singen und Trommeln gefeiert. Hier in Deutschland sind die meisten, die am Sonntag zum Gottesdienst kommen, ältere Leute, und ihr stimmt zu, dass der Gottesdienst ein bisschen langweilig sei. Außerdem war ich zu Ostern bei einer Familie. Zuasmmen hatten wir Trompette gespielt und das war super cool. Die Familie ist sehr nett. Wir haben viele Orte besichtigt sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad. Brev war das ein tolle Momente.

Bei der Arbeit

Alles läuft gut bei der Arbeit sowohl im Büro als auch beim Café Mittwoch und ich lerne jeden Tag neue Dinge und treffe auch neue Leute. Ich habe tolle Zeiten mit dem Café Mittwoch-Team. Die Organisation Beziehungsweise die Hornerkirche bietet Tüte, Lebensmittel, Masken usw. für die weniger Privilegierten der Gesellschaft an. Die meisten sind alte Menschen. Es gibt auch Kaffee und sie können sich im Innenhof entspannen. Früher war es in dem Raum, in dem sie sich alle trafen, um zu diskutieren, aber jetzt geht es gar nicht. CORONA natürlich.

Alles in allem würde ich sagen, dass dies erst der Anfang meiner Erfahrungen ist und ich hoffe, dass ich mein Freiwilligenjahr in Deutschland völlig genießen kann.Bis zum nächsten Mal und bis dahin bleibt ihr gesund !

Euer Hermann

Willkommen

„Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, sieht nur eine Seite davon“ –  Saint Augustino

Hallo!!! Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Mein Name ist Hermann, ich komme aus Togo, bin 23 Jahre alt, wohne zurzeit in Bremen Vahrer Straße und ich nehme am Süd-Nord weltwärts Freiwilligenprogramm der NM teil. Ich arbeite ein Jahr als Freiwilliger bei der Norddeutschen Mission.

Auf diesem Blog werde ich von meinen Eindrücken und Erlebnissen erzählen. Ich freue mich über eure Fragen und Kommentare !

Ich habe fast zwei Wochen mit der Arbeit angefangen. Meine Arbeit besteht darin, im ganzen Haus zu arbeiten Beispielweise vom Garten bis zum Büro. Ich verbringe eine Teilzeit Mittwochs mit dem Team des „Café Mittwochs“.

Meine Arbeitskollegen finde ich sehr nett und immer da, mir Gebrauchsanleitungen zu geben. Die Arbeit im NM Office gefällt mir sehr und erfüllt meine Erwartungen.

Ich wohne im Studentenwohnheim des Bremer Ökumenischen Wohnheims und fühle mich wohl mit den anderen Mitbewohnern zu unterhalten und paar Dinge zusammen zu unternehmen.  

Ich freue mich mit der Norddeutschen Mission zu arbeiten und hoffe auf viele spannende Begegnungen und Erfahrungen.

Aufwiedersehen und bleibt gesund !

Euer Hermann