Goodbye!!

Dear Kordei

I am sorry for the long silence. I really am, now I understand why some people just ghost from your life. My life took an interesting turn after our last letter, in fact all our lives took an interesting turn since my last letter. I even hate to say the name “Corona”. Such a nice name for an ugly pandemic. That has made life crazy now, to think I haven’t yet seen you even though we are in the same country.

I keep telling people I left Germany the way I came. You remember how I got my visa  24 hours to my flight so I did not have enough time to pack. That’s what happened with my return. Our last seminar was cancelled which was devastating for me, because I had spent hours making bookmarks for everyone.  One beautiful Monday morning, I was called to get ready and leave Germany on Wednesday. It was crazy, I had things to hand over, and ship my box of stuff. I couldn’t even get time to shop for people, which was the upside. I mean I was on stipend, just enough money for my upkeep not enough to buy gifts for all my loved ones.

You understand how some people think you are as rich as Bill gates as soon as they hear you arrived from an European country. Thanks to Corona in a weird way, I was able to avoid unwanted visits and uncomfortable requests for money from people I  barely know.

It was also one of the awkward ways to say goodbye. I could not hug anyone, or even spend one last time with the Café Mittwoch team. I miss them a lot. At least the previous week, I said goodbye to the kindergarten so that was okay. My flight was long but nice because there were a lot of empty seats. So I enjoyed my space with a very nice air hostess who had a chat about dreadlocks with me.

I was excited about returning, but I didn’t like how I left Bremen but I was happy to see my family. The first thing about returning was the heat. I totally forgot how hot Ghana is, I just wanted to sit down and do nothing. After about three days, I got used to it. Being in self quarantine was good for me I should say. It gave me time to reflect and relax. It was like a pause in the midst of all the mixed emotions concerning my departure.

I celebrated my birthday in quarantine but that is another story for another day. Our last seminar was all online, it was very difficult for me to participate. I had good internet connection and all, but bringing myself to talk about stuff was difficult. I was still processing a lot, I still am. I haven’t written anything in months. The change was just too sudden and too much for me. I had left Bremen but I had not moved on.

Well after some months of sulking and talking to my boyfriend about it, it helped. He had also gone through a similar experience after leaving U.K. it may not seem like a big deal, but it is good to talk to people about whatever you are going through. My family has been so supportive; I do not know what I will do without them.

As I said in my last newsletter, I did not think I will miss Bremen so much. I thought it was just year to swing by. I miss riding my bicycle, I miss the random chats with those I work it. I miss my francophone friends in the hostel. I hate to admit it; I somehow miss some of the meals (I can imagine some of my German friends smiling at this sentence).  Speaking of meals, you cannot believe the weight I gained in the first few weeks in Ghana!! eating all the meals I missed. And my skin also cleared, there is really no place like home.

I am happy to be home but I do hope to visit Bremen one day. For now, I will just keep watching old pictures and videos a chatting with friends from time to time.

Al I can say is thank you Bremen and the Norddeutsche Mission for the memories.

Love,

Emefa

Auf Wiedersehen!

Liebe Kordei,

ich entschuldige mich für das lange Schweigen. Das tut mir wirklich leid, und jetzt verstehe ich, warum manche Menschen einfach aus deinem Leben verschwinden. Mein Leben hat nach unserem letzten Brief eine interessante Wendung genommen, in der Tat hat unser aller Leben seit meinem letzten Brief eine interessante Wendung genommen. Ich hasse es sogar, den Namen „Corona“ auszusprechen. So ein schöner Name für eine hässliche Pandemie. Das hat das Leben jetzt verrückt gemacht, wenn man bedenkt, dass ich dich noch nicht gesehen habe, obwohl wir im selben Land sind.

Ich sage den Leuten immer wieder, dass ich Deutschland so verlassen habe, wie ich gekommen bin. Du erinnerst dich, dass ich mein Visum 24 Stunden vor meinem Flug bekommen habe, so dass ich nicht genug Zeit zum Packen hatte. Genau das ist bei meiner Rückkehr passiert. Unser letztes Seminar wurde abgesagt, was für mich verheerend war, weil ich Stunden damit verbracht hatte, Lesezeichen für alle zu machen.  Eines schönen Montagmorgens wurde ich aufgefordert, mich fertig zu machen und Deutschland am Mittwoch zu verlassen. Es war verrückt, ich hatte Sachen zu übergeben und meine Kiste mit Sachen zu verschicken. Ich hatte nicht einmal Zeit, für meine Leute einzukaufen, was ein Vorteil war. Ich meine, ich hatte ein Stipendium, gerade genug Geld für meinen Lebensunterhalt, nicht genug, um Geschenke für all meine Lieben zu kaufen.

Verstehst du, manche Leute denken, du bist so reich wie Bill Gates, sobald sie hören, dass du aus einem europäischen Land gekommen bist. Dank Corona konnte ich auf seltsame Weise unerwünschte Besuche und unbequeme Bitten um Geld von Leuten, die ich kaum kenne, vermeiden.

Es war auch eine der unangenehmen Arten, Abschied zu nehmen. Ich konnte niemanden umarmen oder auch nur ein letztes Mal mit dem Team des „Café Mittwoch“ verbringen. Ich vermisse sie sehr. Wenigstens habe ich mich in der Woche zuvor vom Kindergarten verabschiedet, so dass das okay war. Mein Flug war lang, aber schön, weil es viele leere Plätze gab. So genoss ich meinen Platz mit einer sehr netten Stewardess, die sich mit mir über Dreadlocks unterhielt.

Ich freute mich auf die Rückkehr, aber es gefiel mir nicht, wie ich Bremen verließ, aber ich war froh, meine Familie zu sehen. Das erste, was bei der Rückkehr auffiel, war die Hitze. Ich hatte völlig vergessen, wie heiß es in Ghana ist, ich wollte mich einfach nur hinsetzen und nichts tun. Nach etwa drei Tagen hatte ich mich daran gewöhnt. Die Selbstquarantäne war gut für mich, muss ich sagen. Es gab mir Zeit zum Nachdenken und zur Entspannung. Es war wie eine Pause inmitten all der gemischten Gefühle bei meinem Abschied.

Ich habe meinen Geburtstag in Quarantäne gefeiert, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag. Unser letztes Seminar war ganz online, es war sehr schwierig für mich, daran teilzunehmen. Ich hatte eine gute Internetverbindung und alles, aber es war schwierig, mich dazu zu bringen, über Dinge zu sprechen. Ich habe noch viel verarbeitet, das tue ich immer noch. Ich habe seit Monaten nichts mehr geschrieben. Die Veränderung war einfach zu plötzlich und zu viel für mich. Ich hatte Bremen verlassen, aber ich war nicht weitergezogen.

Nachdem ich einige Monate geschmollt und mit meinem Freund darüber gesprochen hatte, half es mir. Auch er hatte eine ähnliche Erfahrung gemacht, nachdem er Großbritannien verlassen hatte. Es mag nicht als eine große Sache erscheinen, aber es ist gut, mit Menschen über das zu sprechen, was man gerade durchmacht. Meine Familie hat mich so sehr unterstützt; ich weiß nicht, was ich ohne sie tun sollte.

Wie ich bereits in meinem letzten Newsletter sagte, dachte ich nicht, dass ich Bremen so sehr vermissen werde. Ich dachte, es sei nur ein Jahr, um vorbeizuschauen. Ich vermisse es, Fahrrad zu fahren, ich vermisse die zufälligen Gespräche mit denen, für die ich arbeite. Ich vermisse meine frankophonen Freunde im Wohnheim. Ich gebe es nur ungern zu; irgendwie vermisse ich einige der Mahlzeiten (ich kann mir vorstellen, dass einige meiner deutschen Freunde über diesen Satz lächeln).  Apropos Mahlzeiten: Du kannst nicht glauben, wie viel Gewicht ich in den ersten Wochen in Ghana zugenommen habe, als ich all die Mahlzeiten gegessen habe, die ich verpasst habe. Und auch meine Haut hat sich gereinigt, es gibt wirklich keinen Ort wie zu Hause.

Ich bin froh, zu Hause zu sein, aber ich hoffe, eines Tages wieder nach Bremen zu kommen. Im Moment werde ich mir nur noch ab und zu alte Bilder und Videos anschauen und mit Freunden plaudern.

Alles, was ich sagen kann, ist ein Dankeschön an Bremen und die Norddeutsche Mission für die Erinnerungen.

Liebe Grüße

Emefa

Reisebericht

Liebe Blogleserin,
Lieber Blogleser,

Eigentlich wollte ich diesen Blogeintrag ja schon vor einem Monat schreiben. Genauer gesagt am 14. Februar, als in Ho viele Menschen total begeistert auf irgendeine der zahlreichen Valentinstagveranstaltungen gegangen sind. Ich halte nicht allzu viel vom Valentinstag und habe gedacht, dass ich genau diesen freien Abend für Blogeinträge etc. nutzen kann. Gut, wir alle wissen, dass dieser Eintrag nicht am 14.2. kam. Die Wahrheit ist nämlich, dass ich trotz meiner Einstellung zum Valentinstag zu einer Veranstaltung in der Đela Cathedral gegangen bin. Die war in meinen Augen zwar etwas kitschig, aber ich habe es überlebt.
Trotzdem sehe ich noch immer die Notwendigkeit eines Blogeintrages, auch wenn ich nicht genau weiß, ob neben dem Nachrichtenlesen wegen des Coronavirus noch Zeit für so etwas ist. Aber wer weiß. Vielleicht ist es ja auch eine gute Ablenkung. Seit ich meinen letzten Rundbrief vor ca. 5 Wochen verfasst habe, ist schon wieder viel passiert, von dem ich gerne berichten würde. Nach dem Zwischenseminar in Akropongh hier in Ghana Ende Januar, an dem sowohl die zukünftigen Süd – Nord Freiwilligen der NM, als auch meine einzige Mitfreiwillige Leonie, die das Jahr in Togo verbringt und ein paar weitere Freiwillige teilgenommen haben, ist Leonie dann noch eine weitere Woche in Ghana geblieben. Und von dieser Woche würde ich gerne erzählen:
Die Reise ging samstags von Akropongh los. Gemeinsam sind wir 50 Minuten nach Accra gefahren. Dort sind wir dann glücklicherweise bei Bismarck, einem ehemaligen Süd Nord Freiwilligen, und seiner Familie untergekommen, was alles sehr viel einfacher für uns gemacht hat.
Direkt an diesem Tag sind wir Accra erkunden gegangen. Wir haben das Kwame Nkrumah Mausoleum besucht, waren am Strand, von wo aus man einen guten Blick auf James Town und den Leuchtturm hatte und haben das Black Star Gate bewundert.
Am folgenden Sonntag sind wir in die Kirche und haben dann denn Markt in Madina, wo Bismarck wohnt, besucht. Am nächsten Morgen haben Leonie und ich uns mit einem Trotro auf den Weg nach Ho gemacht. Als wir bei mir Zuhause ankamen, war meine ganze Wohnung sehr dreckig und staubig, wegen des Dusts, der gerade überall liegt, weil zur Zeit Trockenzeit ist. Die folgenden Tage haben wir immer wieder sauber machen müssen. Die liebe Leonie hat mich dabei gelehrt, wie anstrengend Putzen doch sein kann. Klar, wir waren beim Putzen jetzt zu zweit, da sie mich tatkräftig unterstützte, leider hat sie aber im Eifer des Gefechts nicht nur meinen treuen Besen, sondern auch noch meinen gerade neugekauften Wischmopp halbiert. Warum das gerade Leonie passiert ist, Zufall, Karma oder ihre übermäßige Kraft, ich weiß es bis heute nicht.
Ich habe Leonie außerdem in dieser Woche zu einigen meiner Freizeitaktivitäten, wie Chor und Prayer Meetings, mitgenommen und sie einigen Menschen vorgestellt. Wir waren außerdem in Klefe, einem kleinen, wunderschönen Vorort von Ho, wir waren auf dem Mount Adaklu, was zugegebenermaßen schon etwas anstrengend war, die schöne Aussicht hat jedoch alles wieder Wett gemacht, wir waren bei meinem Mentor Eric Gle zum Essen eingeladen und waren mit einem anderen Freiwilligen beim Wli Waterfall, der der höchste in ganz Westafrika ist.
Diese Woche habe ich sehr genossen und es war wirklich schön, noch mehr von Ghana zu sehen.
Es war auch mal wieder schön, von Person zu Person Deutsch zu reden. Das kommt sonst nämlich in meinem Alltag nicht so häufig vor, da ich zum Beispiel nicht so viel Kontakt zu anderen Freiwilligen habe und so in der letzten Zeit hauptsächlich Englisch und ein bisschen Ewe spreche. Dass mein Deutsch vielleicht ein bisschen rostig ist, ist mir letztens an einem Sonntagmorgen um 5:00 Uhr aufgefallen. Ich wollte nicht aufstehen und fragte mich, warum man auch um 6:00 Uhr morgens in der Kirche sein muss. Um mich zu motivieren, wollte ich dieses tolle deutsche Sprichwort benutzen. Und sagte mir:
Ach, früher Hase fängt den…“ . Ja was fängt denn eigentlich der Hase? Ich musste tatsächlich den ganzen Gottesdienst nachdenken, bis mir eingefallen ist, dass es der Vogel ist, der den Wurm fängt.
In diesem Sinne hoffe ich, dass dieser Eintrag unterhaltsam war und es sich gelohnt hat, ihn neben den vielen Nachrichten zu lesen. Bis zum nächsten Mal,

Eure Julia.

Verloren in der Übersetzung

Liebe Kordei,

Ich hoffe, dieser Brief findet dich lebendig und gesund. Wie läuft deine Eventagentur? Nun, heute möchte ich dir über seltsame und stereotype Fragen schreiben, die ich immer wieder höre. Manche sind komisch und manche sind einfach nur unhöflich. Das Problem der Stereotypen gibt es überall – innerhalb ethnischer Gruppen und auf der Ebene von Nationen. Ich glaube, dass einige Leute ihre Fragen nicht als verletzend erachten, ich nenne solche Fragen „lost in translation“-Fragen. Denn bei der Übersetzung ins Englische sind diese Fragen wohl wahrscheinlich einfach nicht gut durchdacht.

Abgesehen davon, dass ich ein Opfer von Stereotypen bin, bin ich wohl auch eine Täterin mit demselben Tatbestand, aber im Leben geht es ja bekanntlich um das Lernen und Verlernen. Ich habe schon so viel gelernt. Kürzlich sprach ich mit einer Frau aus Costa Rica, die mir erzählte, dass manche Leute nur über Südamerika sprechen und Mittelamerika vergessen. Costa Rica ist ein Land in Mittelamerika und liegt nicht im Süden. Kleinigkeiten können so entscheidend sein.

Auch in Ghana stellen mir Leute stereotype Fragen oder geben bestimmte Kommentare ab. Als jemand hörte, dass ich in Deutschland sei, war der erste Kommentar, der zu hören war: „die Rassisten“. Bisher habe ich in Bremen die nettesten Menschen kennen gelernt, von der Freundlichkeit der Fremden bis zur Wärme der Arbeitskollegen und Freunde. Ich habe auch ein paar miese Menschen getroffen. Viele sind einfach nur zurückhaltend.

Nun, auf jeden Fall haben die Leute mir und anderen Freiwilligen und Freunden zuweilen sehr seltsame Fragen gestellt, manche lustig, andere kränkend. Diejenigen, die ich lustig finde, kommen von den Kindern. Ich mache ihnen keinen Vorwurf, sie sind einfach nur neugierig.

Eine Frau fragte mich einmal: „Ist es leicht, in Ihrem Heimatland reich zu sein?“ Ich glaube wirklich nicht, dass es einfach ist, irgendwo reich zu sein, oder? Wenn es so wäre, dann würden wir nicht so etwas wie die oberen Ein-Prozent (1%) haben. Ich habe nur gelächelt und „Nein.“ gesagt und sie gefragt, ob es einfach sei, in Deutschland reich zu sein. Sie lächelte und sagte: „Nein“. Wahrscheinlich wurde ihr klar, wie unsinnig ihre Frage gewesen war.

Mein togoischer Mitfreiwilliger wurde unter anderem gefragt, ob Togo ein großes Waldgebiet sei. Ein anderer wurde gefragt, ob sie dort einen Flughafen hätten. Er lachte und bejahte die Frage. Gott sei Dank wurde mir nicht die gleiche Frage gestellt. Ich wäre sarkastisch gewesen und hätte gesagt: „Nein, ich habe mich auf Bäumen von Togo nach Deutschland geschaukelt“.

In Hamburg traf ich einen Studenten, der gefragt wurde, ob er über das Mittelmeer gekommen sei. Als ob alle Afrikaner*innen nur auf diesem Weg nach Deutschland kommen würden. Diese Fragen sind verzeihlich, wenn Kinder sie stellen, aber Erwachsene mit Schulbildung! Also, bitte, wir schreiben das Jahr 2020. Nutzen Sie doch bitte manchmal einfach das Internet. Noch einmal, es ist nur ein kleiner Prozentsatz von Menschen, der so etwas erleiden muss.

Eine andere Frage, die mir oft gestellt wird, ist: „Wollen Sie zurück nach Ghana?“ Ich habe überhaupt kein Problem mit dieser Frage, aber die Reaktion einiger Leute auf meine Antwort ist die Sache. Wenn ich mit viel Begeisterung „Ja“ sage, sind einige überrascht. „Ja“, ich möchte zurückgehen, ich habe dort ein Zuhause. Ich liebe das Wetter in meinem Land und die Liebe in der Gemeinschaft. Ich vermisse meine Familie und meine beste Freundin.

Lassen Sie mich Ihnen mit diesen Fragen nicht die Stimmung verderben. Die Fragen, die mich zum Lachen bringen, werden von Kindern mit süßen Gesichtern auf dem ein ernsthafter Ausdruck liegt, gestellt. Eines der Kinder hatte mich gefragt, ob ich in Ghana oft Schlangen sehe. Da ich in Accra, der Hauptstadt lebe, sehe ich wohl eher überhaupt keine Schlangen. Ein anderes wollte wissen, ob ich meilenweit laufen müsse, um Wasser zu bekommen. Ich sagte: „Nein“. Das kleine Mädchen war etwas überrascht und erzählte mir, sie habe ein Buch, in dem stand, dass die Menschen in Afrika meilenweit laufen müssten, um Zugang zu Wasser zu haben. Ich nehme ihr das nicht übel. Die meisten Kinderbücher meines Kontinents hier sind voll von Bildern von Safaris, Wüsten und Dörfern. Ich musste ihr dann erklären, dass dieses Buch nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit widerspiegelt. Ich glaube, sie hat es nicht wirklich verstanden, weil mein Deutsch damals schrecklich war.

Eine weitere Frage, hörte ich erst kürzlich – wieder von einem lieben Kindergartenkind, einem kleinen Mädchen. Ich rieb mir die Hände mit Handcreme ein; sie sah mich an und fragte: „Warum sind deine Hände so schwarz? ‘’ Man hatte mich vorbereitet und mir gesagt, ich solle mit solchen Fragen rechnen, aber seit Monaten fragte keines der Kinder mehr. Ich brach in Gelächter aus und sagte ihr, sie solle diese Frage doch einfach ihrer Kindergärtnerin stellen. Ich fühlte mich anfangs so schlecht, weil sie traurig war, dass ich über ihre Frage gelacht hatte. Ich konnte einfach nicht anders, aber das war nicht sehr nett von mir.

Ich sagte ihr, dass mein ganzer Körper die gleiche Farbe habe und dass es eben so sei. Sie schien nicht sehr überzeugt davon zu sein, aber ich meine doch, dass ich mein Bestes versucht habe.

Nun, ich hoffe, ich werde mehr über diese Erfahrungen schreiben. Ich hoffe auch, von anderen Kulturen und Nationalitäten zu lernen und keine seltsamen oder stereotypen Fragen zu stellen.

Ich wünsche dir eine gesegnete Woche.

LG,

Ems.

Lost in Translation

Dear Kordei,

I hope this letter finds you alive and well. How is your event business going? Well I have been meaning to write about the weird and stereotypical questions I get all the time. Some are funny and some are just downright rude. The problem of stereotypes is everywhere, from within ethnic groups to nationalities. Some people I believe don’t think their questions are offensive, I call them ‘’lost in translation’’ questions. Because when translating to English, you probably did not think everything through.

Apart from being a victim of stereotype, I guess I have also being a perpetrator but life is about learning and unlearning. I have learnt so much. Recently I spoke to a woman from Costa Rica who told me how some people only talk about South America and forget Central America. Costa Rica is a country in Central America and not south. It is in the little things.

Some people in Ghana too ask me some stereotypical questions or pass certain comments. When One person heard I was in Germany, the first comment he passed was ‘’the racists’’. So far, in Bremen I have encountered the loveliest of people, from the kindness of strangers to the warmth of work colleagues and friends. I have also meant few mean people. They are just reserved.

Well people have asked me and other volunteers and friends very weird questions, some funny, others offensive. The ones I find funny are from the children. I don’t blame them, they are just being plain curious.

One woman once asked me ‘’is it easy to be rich in your home country?’’ I really don’t think it is easy to be rich anywhere or? If it was, we will not have something like top 1%.  I just smiled and said no, and asked her if it was easy to be rich in Germany. She smiled and said no. Probably realised how silly her question was.

My Togolese counterpart was also asked if Togo was a big forest. Another too was asked if they have an airport. He laughed and answered yes. Thank God, I wasn’t asked the same question. I would have been sarcastic and said, ‘’no I swang on trees from Togo to Germany’’. I met a student too in Hamburg who was asked if he came through the Mediterranean. The person was trying to insinuate that is the only means of transport known by most Africans. These questions are pardoned when children ask them but educated adults!  Come on, it is 2020. Use the internet sometimes please. Once again, it is just a small percentage that experience this. Another question I am asked a lot is ‘’Do you want to go back to Ghana?’’ I don’t have a problem with this question at all but the reaction from some people after my answer is the issue. When I say ‘yes’ with so much excitement, some are surprised. Yes, I do want to go back, I come from a home. I love my country’s weather plus the love in the community. I really do miss my family and my best friend.

Let me not spoil your mood with these questions. The ones that make me laugh are form the children. With their cute faces and serious looks. One asked me if I see snakes often in Ghana. I mean where I live in Accra, I do not see snakes. Another asked if I had to walk for miles to get water, I said no. She was a bit surprised and told me she had a book that said people in Africa walk for miles to get water. I don’t blame her, most of the story books from my continent here are filled with pictures of safaris, desert and villages. I then had to explain to her that the book was just a partial representation. I don’t think she really understood because my German at that time was terrible. The recent one was from one sweet kid in the kindergarten. I rubbed some hand cream on my hands; she looked and asked ‘’why are your hands so black? ‘’. I was told to expect questions like this but for months now, none of the kids asked. I just burst into laughter and told her to repeat the question to her kindergarten teacher. I felt so bad for laughing initially because she was sad that I laughed at her question. I just could not help it but that was bad on my part.

I told her my whole body is the same colour and that is how it is. She didn’t seem convinced but I guess I tried.

Well, I hope to write more about these experiences. I also hope to learn from other cultures and nationalities and to not ask weird , stereotypical or “lost in translation“questions.

Have a blessed week.

Ems

Arbeit

Hallo Naa!

Es tut mir sehr leid, dass es schon ein bisschen her ist, dass ich Dir geschrieben habe. Ich hoffe, dass Du mir meine Unbeständigkeit verzeihen kannst.

Wie geht es dir und wie läuft es mit Deinem Unterricht? Als wir das letzte Mal miteinander sprachen, hattest Du Dich über die Verkehrssituation beschwert und darüber, dass Dich das noch müder macht, als der Unterricht selbst. Also, ich verstehe Dich sehr gut. Als ich in Ghana gearbeitet habe, war es genauso. Obwohl mein Büro nur 20 Minuten von zu Hause entfernt war, brauchte ich 40 Minuten, um dorthin zu gelangen. Auch mein Bruder Dela steht vor der gleichen Herausforderung, früh zur Arbeit zu gehen.

Nun, ich liebe meine Arbeit als Freiwillige hier, aber es ist nicht nur Sonnenschein. Nichts ist nur Sonnenschein. Aber ich liebe diese Arbeit, weil sie nicht eintönig ist. Montags und dienstags verbringe ich meine Zeit in der Geschäftsstelle der Norddeutschen Mission. Bevor du überhaupt fragst: Dabei geht es nicht darum, dass ich evangelisiere. Es geht darum, bei der Verwaltungsarbeit und anderen Aufgaben rund um das Haus zu helfen. Manchmal langweilig, manchmal arbeitsreich, manchmal interessant. Den Dienstagnachmittag verbringe ich mit den Jugendlichen der Horner Kirche. Wir sitzen einfach zusammen, plaudern oder kochen. Ich habe den Eindruck, dass dies ein sicherer Ort für die jungen Leute ist. In der letzten Woche habe ich zweien von ihnen das Oware-Spiel1 beigebracht.

Mittwochs gibt es das “Café Mittwoch“, das gut mit „Wednesdays Cafes“ übersetzt werden könnte. Die Horner Kirche und einige andere Partner bieten ein Frühstück für die weniger Privilegierten der Gesellschaft an. Wie der Name schon sagt, geschieht dies jeden Mittwoch. Das Team besteht aus den reizendsten Menschen, die ich je getroffen habe. Was mir daran besonders gefällt, ist die Zeit, die wir uns für das Decken des Tisches für unsere Gäste nehmen und das Essen. Wenn ich das mit den meisten Leuten vergleiche, die ich kenne, und die dasselbe tun, ist das hier schon etwas Besonderes. Woanders nimmt sich niemand die Zeit, den Tisch zu decken und das Essen schön anzurichten. Es wird normalerweise vorverpackt und verteilt.

Meine Donnerstage und Freitage verbringe ich sehr sinnvoll in einem Kindergarten. Ich liebe die Kinder, aber manchmal sind sie ein bisschen anstrengend, wenn sie schreien, und ich kann nicht zurückschreien. Ich liebe das Kindergartensystem hier. Die Kinder lernen eine Menge durch das Spielen. Es gibt nicht einmal eine Tafel. Jeden Morgen nach dem Frühstück sitzen die Kinder im Kreis, sprechen über die Aktivitäten des Tages und zählen auf, wer anwesend ist und wer nicht. Ich denke, diese Aktivität hilft ihnen, zählen zu lernen und selbstbewusst zu sein. Sie spielen viel – das Leben ist so schön in einer solchen Phase. Da sie kein Englisch verstehen, bin ich gezwungen, mit ihnen Deutsch zu sprechen, was mir hilft, mich in sprachlicher Hinsicht zu verbessern. Einige der Kinder sind so versessen darauf, dass sie mir auch neue Wörter beibringen. Wir nehmen alle unser eigenes Frühstück mit in den Kindergarten. Das ist in Ordnung, aber das Mittagessen kann manchmal eine Herausforderung sein, weil es kein Salz oder Pfeffer gibt. Was mich erstaunt, ist, dass Kinder in diesem Alter immer vergessen, was sie eigentlich tun sollten, wie Hände waschen, den Teller abräumen usw. Man muss sie immer daran erinnern, aber eines vergessen sie nie, dass der Nachtisch am Freitag Eiscreme ist. Der Eiscreme-Faktor steckt in ihrem Kopf fest wie eine vertraute Melodie.

Den Betreuerinnen im Kindergarten gilt meine große Bewunderung. Die Liebe, Geduld und Fürsorge, die sie für die Kinder haben, ist erstaunlich. Sie setzen sich durch, aber auf liebevolle Weise. Es klingt alles rosig, aber die Kindergartentage sind die anstrengendsten. Als ich das erste Mal dorthin ging, kam ich mit Kopfschmerzen zurück. Ich bekomme sie manchmal immer noch, nachdem ich dort gearbeitet habe. Eigentlich spiele ich ja nur mit ihnen, aber ich glaube, die Anspannung, immer wachsam zu sein, um sicherzustellen, dass es jedem Kind gut geht, macht es ebenso ermüdend wie der ständige Lärm, das Murmeln, Singen, Schreien und Weinen. Auch wenn ich müde nach Hause komme, ist es immer eine Freude, sie beim nächsten Mal wieder zu sehen. Manchmal bin ich so in die Spiele vertieft, dass ich merke, dass ich tatsächlich Spaß habe und nicht nur nebenbei spiele.

Manchmal arbeite ich an den Wochenenden, aber das kommt nicht so häufig vor. An den Wochenenden hole ich ein Stück Familienleben nach sowie meine Serien, mache Sport und koche. Es ist eine wunderbare Zeit, die ich mit meinen Freunden im Ökumenischen Wohnheim verbringe.

So viel zu meiner Arbeit als Freiwillige hier. Ich hoffe, bald von Dir zu hören.

Lexikon

1.            Oware- Ein Brettspiel, das 48 große Samenkörner benötigt. Ein typisches Oware-Brett hat zwei gerade Reihen von sechs Vertiefungen, die „Häuser“ genannt werden, und optional ein großes „Punkte“-Haus an jedem Ende. Jeder Spieler kontrolliert die sechs „Häuser“ auf seiner Seite des Bretts und das „Punktehaus“ an seinem Ende. Das Spiel beginnt mit vier Samen in jedem der zwölf kleineren „Häuser“.

Work

Hello Naa,

 Sorry, I have not written to you in a while. Forgive my inconsistency

How are you and how is your classes going? The last time we spoke, you complained about the traffic situation and how that makes you even more tired than your classes itself. Well, I understand you so well. When I used to work in Ghana, it was the same. Though my office was just 20mins away from home, it took me 40 minutes to get there. My brother Dela also faces the same challenge of getting to work early.

Well, I love my volunteer work here, it is not all sunshine though. Nothing is. But I love how it is not monotonous. Monday and Tuesdays, I spend my time in the Bremen Mission Office. Before you even ask, it is not about me evangelizing. It is helping with the administrative work and other chores around the house. Sometimes dull, sometimes busy, sometimes interesting. Tuesday afternoons I spend it with the young ones of Horner Church. We just sit, chat or cook together. This I feel is a safe space for the young ones.  Last week I introduced two of them to the game of Oware1.

On Wednesdays, there is the ‘’Café Mittwoch’’ which translates to Wednesday Cafes. The Horner church and some other partners provide breakfast for the less privileged in society. As the name depicts, this happens every Wednesday. The team is comprised of the most delightful people I have ever met. What I like about this is the time taken to set the table and food for our guests. I mean when most people I know who do the same, It is a different case, nobody has the time to set a table and garnish the food. It is usually pre-packaged and distributed.

My Thursdays and Fridays are well spent at a Kindergarten. I love the children but sometimes they can be a bit challenging when they scream and I can’t scream back at them. I love the kindergarten system here, they learn through play a lot. There isn’t even a blackboard. Every morning after breakfast, they sit in a circle, talk about the activity for the day and count who is present or not.  I think this activity helps them to learn how to count and be confident. They do play a lot, life is so beautiful at such a stage. Because they do not understand English, I am forced to speak German with them which helps me improve on myself. Some go to the extent of teaching me new words too. We all send our own breakfasts to kindergarten so that is fine but lunch can be challenging sometimes because there is no salt or pepper. What amazes me is that, children at that age always forget the routine things they are supposed to do, like washing of hands , clearing one’s plate etc . You always have to remind them but one thing they never forget that Friday’s desert is Ice cream. The ice cream factor is stuck in their head like a melody.

I applaud the caretakers at the kindergarten, the love, patience and care they have for the kids is amazing. They are firm but in a loving way. It sounds all rosy but kindergarten days are the most tiring. The first time I went there, I came back with a headache. I still do get them after working there sometimes.  It is probably just playing with them but I think the idea of being alert all time in order to make sure every child is safe is what makes it tiring as well as the constant noise, murmuring, singing, shouting and crying. Even though I get home tired, it is always a joy to see them again the next time.  I sometimes get so involved in the games that I realise I am actually having fun and not just casually playing.

Sometimes I work on weekends but it is not that often. Weekends are when I catch up with my family, my series, get some exercise done and cook. It is also a lovely time to hang out with my friends at the hostel.

That is my volunteer work here. Hope to hear from you soon.

Lexicon

  1. Oware-  A  board game that requires 48 seeds. A typical oware board has two straight rows of six pits, called „houses“, and optionally one large „score“ house at either end. Each player controls the six houses on their side of the board, and the score house on their end. The game begins with four seeds in each of the twelve smaller houses.

Christmas

Dear Kordei,

How are you? I hope all is well. Hope you are getting some rest after trying “secure the bag”1 during the Christmas and New Year with your entertainment business. I loved the set up at the ice cream fair. I cannot wait to get back and get my nieces and nephews to have fun with the games you have lined up.

Well, since it is my first Christmas away from Ghana, I have mixed feelings, not in a negative way but in a positive way. Christmas in Bremen is an exciting time for almost everybody I met, be it old or young. Everyone looked forward to spending time with family. They usually start with the advent calendar, where from the 1st to 24th December, they open up gifts. Different persons and how they design their advent calendar. The gifts could range from chocolate, to a story, poem or scripture. I find this very thoughtful, puts one in a good mood for the festivities.

On the 17th, I went to the Weihnachtsmarkt with two friends. It was lovely to see the lights and the items that were on display.  There was a Zauber Markt, where I could see Bremen in the mid centuries. I loved the set up and the costumes of the vendors there. One stall had potions for sale, I was tempted to buy and try it out but the superstition in me is too strong. Lol!

On the 22nd, I came down with a headache, flu, sore throat and cough. That made me sad that I was not even home. I missed my family. on the 24th, I was invited by a colleague, Ines to spend Christmas eve with her family. I honoured the invite because I wanted to enjoy the German Christmas package. It was Ines, her husband, her two lovely children, her mother in law and Lila the other volunteer in Bremen.

At 4pm, the children stayed at home and Lila and I went with the rest to a church service. The service was short but nice. It was like a nine lessons and carol service. But I don’t think they were nine readings. We lighted candles, representing the light in Bethlehem. We then went back and had dinner together. It was a Raclette grill, it was amazing and had me stuffed. After we opened presents, I was surprised cause I didn’t expect anything, neither did I buy anything for them so I felt so bad. For the opening of presents, everyone had to throw a dice, if it lands on six; you can go pick up your present and open it. I was blessed with many gifts, I was so happy. I mean who doesn’t love gifts?

The 25th was spent with Manuela and her family as well. As usual, she also gave me amazing gifts. What did I do to deserve all this love? Her husband cooked a lovely meal. We then played a game of cards called 10 phases. That was fun, funny and good. After, we had dessert, a new recipe Manuela tried which was great. It was delightful not staying alone in my room, but being in the company of lovely people. I then had dinner with them and Manuela brought me home.

27th was a good day cause it was bonding time with the francophone family, we had a party. Dancing, singing and laughing together as usual. Then I fell ill again on the 28th and 29th!  On the 30th, I packed my bags to go see my auntie in Darmstadt, a 6-hour bus drive from Bremen. It was so worth it, family is indeed everything. The gifts, the laughter, the warmth and the love was all I needed to start the New Year.  On 31st my auntie, uncle and three cousins, we all had fondue for dinner. I will definitely try and introduce that to my family and friends in Ghana. We danced and laughed into the new year. I then stepped out to watch the fireworks on the street.

After New Year, I spent some time with my aunt and family. They took me shopping; we played games and visited Frankfurt. One of the best nights I had was the time we went bowling. It was my first time, though I was last. I had fun and can’t wait to try it again.  It was so sad to say goodbye but also a great way to start the year. Next week, I will write to you about my job.

Happy New Year Kordei.

Yours ever

Emefa.

Lexicon

  1. Secure the bag – another term for making money

Weihnachten

Liebe Kordei,

Wie geht es Dir? Ich hoffe, bei Dir ist alles in Ordnung. Hoffentlich ruhst Du Dich etwas aus, nachdem Du losgelegt hattest, während der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage mit Deiner Event-Agentur Deine „Tasche zu sichern“1. Ich fand den Aufbau auf der Eis-Messe übrigens sehr gelungen. Ich kann es kaum erwarten zurück zu kommen, und mit meinen Nichten und Neffen all die Spiele, die Du zusammengebracht hast, auszuprobieren.

Nun, da es mein erstes Weihnachten außerhalb Ghanas ist, habe ich gemischte Gefühle – nicht im negativen Sinne, sondern im positiven Sinne. Weihnachten in Bremen ist eine aufregende Zeit für fast jeden, den ich getroffen habe, ob alt oder jung. Alle freuen sich darauf, Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Adventszeit beginnt für die meisten mit dem Adventskalender. Vom 1. bis 24. Dezember öffnet man kleine Geschenke. Sie sind von unterschiedlichen Personen individuell gestaltet. Diese Geschenke können Schokolade, eine Geschichte, ein Gedicht oder ein Bibelvers sein. Ich finde das sehr gut durchdacht. Es versetzt einen in eine gute Stimmung für die Festtage.

Am 17. war ich mit zwei Freunden auf dem Weihnachtsmarkt. Es war schön, die Lichter und all die Dinge zu sehen, die dort angeboten wurden. Es gab einen „Zauber-Markt“, auf dem ich Bremen in die Zeit des Mittelalters versetzt sehen konnte. Ich liebte die Gestaltung und die Kostüme der Händler*innen. An einem Stand wurden Kräuterelixiere zum Kauf angeboten. Ich war versucht, sie zu kaufen und auszuprobieren, aber der Aberglaube in mir ist doch zu stark. Lol!

Am 22. bekam ich Kopfschmerzen, eine Erkältung, Halsschmerzen und Husten. Es machte mich traurig, dass ich nicht zu Hause sein konnte. Ich vermisste meine Familie. Am 24. lud mich eine Kollegin, Ines, ein, den Weihnachtsabend mit ihrer Familie zu verbringen. Ich genoss die Einladung, weil ich das Gesamtpaket „Deutsche Weihnacht“ genießen wollte. Ines, ihr Mann, ihre zwei lieben Kinder, ihre Schwiegermutter und Lila waren da, der andere Freiwillige in Bremen.

Um 16 Uhr blieben die Kinder zu Hause und Lila und ich gingen mit dem Rest zu einem Gottesdienst. Der Gottesdienst war kurz, aber schön. Es war wie ein neunstündiger Gottesdienst mit Liedern. Aber ich glaube nicht, dass es neun Lesungen waren. Wir zündeten Kerzen an, die das Licht in Bethlehem darstellten. Dann gingen wir zurück und aßen zusammen zu Abend. Es gab ein Raclette-Essen. Es war großartig und hat mich sehr gesättigt. Danach packten wir die Geschenke aus. Ich war überrascht, weil ich nichts dergleichen erwartet hatte und auch nichts für sie gekauft hatte, so dass ich mich richtig schlecht fühlte. Für das Öffnen der Geschenke musste jeder einen Würfel werfen. Wenn es eine Sechs war, durfte man sein Geschenk holen und auspacken. Ich war mit vielen Geschenken gesegnet. Ich war so glücklich. Ich meine, wer etwa liebt keine Geschenke?

Der 25. war ein Tag, den ich mit Manuela und ihrer Familie verbrachte. Wie üblich hat sie mich mit großartigen Geschenken bedacht. Womit habe ich all diese Liebe verdient? Ihr Mann kochte ein wunderbares Essen. Dann spielten wir ein Kartenspiel, das sich „Phase 10“ nennt. Das war lustig, witzig und gut. Danach gab es noch einen Nachtisch, ein neues Rezept, das Manuela ausprobiert hat, und das sehr gut war. Es war herrlich, nicht allein in meinem Zimmer zu sein, sondern in der Gesellschaft netter Leute. Ich habe dann mit ihnen zu Abend gegessen und Manuela hat mich nach Hause gebracht.

Der 27. war ein guter Tag, denn es war eine Zeit der Verbundenheit mit dem frankophonen Teil der Familie. Wir hatten eine Party. Wir tanzten, sangen und lachten zusammen, wie immer. Am 28. und 29. wurde ich dann wieder krank! Am 30. packte ich meine Koffer, um meine Tante in Darmstadt, sechs Stunden Busfahrt von Bremen entfernt, zu besuchen. Es hat sich wahnsinnig gelohnt: Familie ist wirklich alles. Die Geschenke, das Lachen, die Wärme und die Liebe waren alles, was ich brauchte, um das neue Jahr zu beginnen. Am 31. gab es bei meiner Tante, meinem Onkel und den drei Cousins Fondue zum Abendessen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, das bei meiner Familie und bei meinen Freunden in Ghana einzuführen. Wir tanzten und lachten in das neue Jahr hinein. Dann bin ich rausgegangen, um mir das Feuerwerk auf der Straße anzusehen.

Nach Neujahr verbrachte ich einige Zeit mit meiner Tante und ihrer Familie. Sie nahmen mich mit zum Einkaufen; wir spielten Spiele und besuchten Frankfurt. Zu den besten Abenden, die ich hatte, gehören die Stunden, die wir beim Bowling waren. Es war mein erstes Mal, allerdings war ich die letzte J. Ich hatte Spaß und kann es kaum erwarten, es wieder zu versuchen. Es war so traurig, Abschied zu nehmen, aber auch eine tolle Möglichkeit, das Jahr zu beginnen. Nächste Woche schreibe ich dir über meinen Job.

Frohes neues Jahr, Kordei.

Lexikon

1.            Die Tasche sichern – ein anderer Begriff für das Geldverdienen

Zufällige Überlegungen

Liebe Naa Kordei,

Es ist der letzte Monat des Jahres, also wird mein Aufenthalt hier bald vorbei sein und ich werde wieder in Ghana sein. Es ist mein erstes Mal, dass ich zu Weihnachten von zu Hause weg bin. Etwas traurig, ich werde meine Familie vermissen, aber etwas aufgeregt werde ich die Ferienarbeit vermissen. Puh! Das Harmattan und der Staub, und das ganze Kochen und Backen. Ein Mädchen braucht eine Pause. Die Menschen sind ziemlich auf Weihnachten eingestellt, und schon tauchen Dekorationen an Wohnhäusern, Geschäften, Schulen und Büros auf.

Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie hier Weihnachten gefeiert wird. Glücklicherweise werde ich den 24., 25. und 26. mit einigen tollen Familien und das neue Jahr mit meiner Tante verbringen.  Ich bin noch nicht auf dem Weg zum Weihnachtmarkt. Das ist ein einmonatiger Fahrpreis in der Innenstadt, ich hoffe, dass Schmal Kuchen da sein wird, ich liebe diesen Snack wirklich, weil er nach’bofrot‘1 schmeckt. Es ist wahrscheinlich deutscher Bofrot. Es gab ein anderes Mal ein Essenserlebnis, das ich hatte. Lasst uns das für den nächsten Brief der Essenschroniken aufheben, der nach den Feierlichkeiten sein könnte.   Was ist mit dir? Wie bereiten Sie sich auf die Feierlichkeiten in Ghana vor? Und die ganze „Jahr der Rückkehr“ 2-Feier?

Es tut mir leid, dass ich dir nicht schreiben konnte. Wie du weißt, ist das Leben voller Höhen und Tiefen und ich schätze, ich war wirklich niedergeschlagen. Eine Zeit lang wusste ich nicht, warum, ich konnte es nicht verstehen und dann dämmerte es mir, dass ich Heimweh hatte. Ich habe eine Möglichkeit, mich abzulenken oder nicht über meine kleinen Frustrationen zu sprechen, aber es spiegelt sich in anderen Teilen meines Lebens wider. Zum Beispiel nicht nach Wochen an dich zu schreiben.

Es ist lustig, wie sich die Emotionen ändern können, weil man Heimweh hat. Manchmal bist du glücklich und manchmal bist du traurig. Die zufälligen Gedanken und Erinnerungen, die in deinem Kopf auftauchen. Snapchat- und Google-Fotos machen diese noch schlimmer, indem sie Sie mit den Bildern aus der Vergangenheit daran erinnern. Es ist ein Mittelweg; ich wünschte, ich könnte einen Teil von mir in Ghana hierherbringen. Das ist eine Erinnerung daran, dass bestimmte Dinge im Leben kein Sieg – Gewinn sind. Du musst nur mit den Karten spielen, mit denen du zu tun hast.

Du hast gefragt, ob ich hier schon einen besten Freund gefunden habe. Hahaha! Noch nicht. So eine kurze Zeit, um einen besten Freund zu finden. Alle sind zu beschäftigt. Die meisten der Bremers, denen ich begegnet bin, sind sehr zurückhaltend, bis man ein Gespräch mit ihnen beginnt. Ich bin das nicht gewohnt, man könnte beiläufig ein Gespräch mit einer beliebigen Person in Accra führen. Aber nicht hier, ich habe einmal einem meiner deutschen Freunde gesagt, dass ich denke, dass die meisten Leute reserviert sind, weil sie denken, dass es dir bequem machen wird, wenn sie nicht mit dir reden. Aber es gab Versammlungen, bei denen ich mich an die am bösesten aussehende Person gewandt habe und die schönsten Gespräche geführt habe. Auf die gleiche Weise machen einige den mutigen Schritt, sich mir zuerst zu nähern, und es ist immer ein erfrischendes Gespräch.

Das Wetter wird kalt und als die Bäume ihre Blätter verlieren und nackt aussehen, ziehen wir…. Menschen mehr Kleidung an. Sehr bald wird das ganze Grün weg sein. Manchmal finde ich es verwirrend, besonders wenn ich im Begriff bin zu schlafen. Unter der Bettdecke ist es zu warm, ohne die Bettdecke ist es zu kalt. In einigen Fällen in Ghana, wenn man die Sonne scheint. Du weißt, dass es ein heißer Tag werden wird, nicht hier. Bei Regen oder Sonnenschein überprüfe ich immer die Tagestemperatur und ziehe mich entsprechend an. Mein Koordinator sagt: „Es gibt nichts Besseres als schlechtes Wetter, als schlechte Kleidung“. Wenn es das ist, was ihr Boot erschüttert, dann soll es so sein.

Ich habe gehört, dass es noch nicht kalt geworden ist. Ich warte darauf, zu sehen, ich bin sicher, dass ich den Brief in Ga3 oder Ewe4 für dramatische Zwecke schreiben muss.  Apropos Kleidung. Lassen Sie mich darüber reden, bevor ich zum Jugendtreffen gehe. Erinnern Sie sich, Filme anzusehen und zu sehen, wie Leute im Winter in hochhackigen Stiefeln überall auf dem Platz herumlaufen? Oder sogar Absätze im Allgemeinen? Lassen Sie mich noch einmal meinen Disclaimer einfügen. Ich spreche nicht für ganz Deutschland. Ich spreche auch nicht einmal für ganz Bremen. Ich sehe kaum, dass Frauen oder Männer hier Absätze tragen, ja, sie werden in Geschäften verkauft und gelegentlich sehe ich jemanden mit Absätzen, aber nicht so oft, wie ich dachte. Es scheint, dass mein Liebling Bremers lieber bequeme Kleidung als Mode trägt. Ich bemerke, dass sich die meisten Leute lieber anziehen, um bequem auszusehen.

Nun, wir werden bald über Kleidung und meine Arbeit sprechen. Das waren nur zufällige Gedanken, die mir in den Sinn kamen, und ich denke, ich könnte sie mit dir teilen. Es ist ein Abschied für den Moment. Pass auf dich auf.

Mit viel Liebe,

Em

P.S. Bitte schreiben und erzählen Sie mir von Ihrer Weihnachtsfeier.

Lexika

1.            Bofrot – Snacks aus Teig mit Mehl, Hefe, Zucker, Butter, Salz, Wasser und Eiern (optional), die in Pflanzenöl goldgelb frittiert werden.

2.            Jahr der Rückkehr – Ghana hat 2019 zum Jahr der Rückkehr erklärt, um 400 Jahre nach der Ankunft der ersten versklavten Afrikaner in Jamestown, Virginia, USA, zu gedenken. Die Regierung hat eine massive Marketingkampagne für Afroamerikaner und die Diaspora durchgeführt, und es wurden verschiedene Veranstaltungen organisiert.

3.            Ga ¬- Sprache der Ga-Ethnie, die im Süden von Ghana zu finden ist.

4.            Ewe – Sprache der ethnischen Gruppe der Ewe im Osten von Ghana und einigen Teilen Togo.