Montag, 13.08.18 Ho

Wo soll man nur anfangen? Am besten am Morgen. Wann war der Morgen? An einem Tag passierte so viel, wie sonst gefühlt nur in einer Woche.

Aber nun von vorne: Das Frühstück war ausgesprochen lecker, sodass wir gestärkt waren, um danach zur Morgenandacht zu gehen. Am Ende wurden wir aufs herzlichste willkommen geheißen und unterschiedlichste Grußworte wurden ausgetauscht. Anschließend ging es für uns zum Office der Projektarveit der E.P.C. Dort wurde uns die Projektarbeit erklärt und alle Fragen beantwortet. Die Projekte beinhalteten z.B. HIV-Aufklärung oder Gleichberechtigungsarbeit. Geduldigt wurden alle unsere Fragen beantwortet, bevor wir zurück zum Hotel gingen, um uns mit einem kleinen Snack zu stärken.

Die nächste Station war mit dem E.P.C.-Trotro erreichbar. Auf dem Weg hielten wir an einer Wechselstube und die Hälfte der Deutschen stieg einmal aus, um in einer Schneiderei Stoffe, Maße und Wünsche abzugeben.
Das eigentliche Ziel der Fahrt war jedoch eine Weberei, wo traditionelles Kente hergestellt wurde. Uns wurden die Webstühle gezeigt, aus denen ettliche Fäden in Bahnen herausgingen. Natürlich in wunderschönen Farben. Der Webstuhl selber war sehr komplex. Große Steine hielten ihn an seinem Platz und das Ende der Schnüre ein paar Meter weiter an ihrem. Die Schnüre wurden mit Platzhaltern aus Bändern auseinander gehalten. Vor dem Webenden kreuzten sich die Schnüre und mit schnellen Fingern ließen sie Schiffchen von links nach rechts flitzen. Aber Weben ist nicht nur Handarbeit. Am Boden jedes Webstuhls waren zwei Pedale und ungefähr vier Schnüre, die oben für ein Auf und Ab sorgten. Die jungen Männer waren aber alle so flott drauf, das es schwierig war den Prozess zu verfolgen. Nachdem uns der Chef des Kente Weaving Centers die Geschichte des Kente erzählt und alle Fragen geduldig und ausschweifend beantwortet hat, wurde uns bewusst, was für ein unglaublich aufwendiger Prozess es ist und was für eine riesengroße Arbeit dahinter steckt. Ein paar Souvenirs aus Kente haben dann noch den Besitz gewechselt, sodass es für uns glücklich zurück zum Hotel gehen konnte.

Dort erwartete uns ein reichen Mittagessen (Bankoo, RedRed..), nach welchem wir eine Pause einlegten.
Anschließend ging unsere Konsultation offiziell los. Nach einer Begrüßung und Lagebesprechung konnten wir flott weitermachen und stiegen mit einem Spiel ein, das Saskia mit Elorm vorbereitet hat. Das Spiel führte uns anschließend zu einer großen Diskussion über das Gute Leben, eine existente oder nicht existente Realität und Regeln der Gesellschaft. Jetzt mag die Frage aufkommen, was das für ein komplexes Spiel gewesen sein mag. Wenn man es nüchtern beschreibt, wurde nur eine Schere entweder geöffnet oder geschlossen herumgegeben mit einer von zwei Aussagen und man erntete entweder ein Ja oder ein Nein von der Spielleiterin. Dass sich eine so tiefgründige Diskussion mit so vielen verschiedenen Perspektiven ergibt, war unvermutet.

Danach war Zeit in Zweiergruppen umherzuschlendern und sich über das gute Leben auszutauschen. Die meisten Gedanken wurden anschließend in der großen Runde geteilt. Was das gute Leben ist und ob es überhaupt eines gibt….. Wer weiß. Sicher ist, dass wir ganz viele wunderbare Ideen davon haben, was es sein kann.

Und so endet der offizielle Teil. Das Abendessen war wie erwartet sehr gut. Die deutschen Studierenden erfreuen sich daran immer öfter Ananas essen zu können. Generell ist die Stimmung sehr gut und es entstehen viele Gespräche.
Gewiss erwartet uns morgen ein wunderbarer Tag. Den heutigen lassen wir nun jedenfalls in Ruhe bei Bier und Moskitosprayduft ausklingen.

Liebe Grüße an die Heimat und vielen lieben Dank für’s Lesen

Gottesdienst in Accra und unsere Ankunft in Ho

Ho, der 12.8.2018

Nach einer ziemlich kurzen Nacht ging es für uns um sieben Uhr zum Frühstück. Dann brachte uns Timothy, unser Fahrer nach Madina EPCG, wo wir die Studierenden von der Legon-Universität zum ersten Mal kennenlernten und mit ihnen den Gottesdienst feierten. Es war ein großer Einführungsgottesdienst für den neuen Moderator des Christian Councils of Ghana, der sich über mehrere Stunden hinzog (wir blieben allerdings nur drei Stunden). Die Veranstaltung wurde begleitet von viel Gesang und einer Predigt des Moderators der EPCG, Rt. Rev. Dr. Seth Agidi. Wir konnten unsere Augen kaum von den vielen Teilnehmern nehmen, die in ihren farbenfrohsten Sonntagskleidern gekommen waren. Teile dieser Predigt ließen uns aufhorchen, da er die schlechten Seiten der Gesellschaft ansprach, die wir als Christen bekämpfen müssen, wie Korruption und Homosexualität. Das führte bei uns zu betroffenen Gesichtern. Mir scheint, dass das Thema der Homosexualität in den beiden Schwesterkirchen in Togo und Ghana momentan vielfach diskutiert und angesprochen wird.

Abgesehen davon, war es ein sehr schöner Gottesdienst, der nachdem wir uns zum Mittagessen verabschiedet hatten, immer noch weiterging. Nach unserem Mittagessen machten wir uns schließlich auf nach Ho, gedrängt in einem Kleinbus ging es über Geschwindigkeitshuckel, die dafür da sind, dass Autos ihre Geschwindigkeit begrenzen und Schlaglöcher. Einige von uns konnten sogar ein wenig Schlaf nachholen. In Ho wurden wir herzlich von Rev. Eric Gle begrüßt und in Empfang genommen, der uns half, dass wir alle auf unsere Zimmer fanden. Das Abendessen um 6 war angerichtet mit Reis, Hähnchen und frittiertem Fisch sowie einem Salat und Pommes. Im Anschluss daran gab es in der Gruppe noch eine kurze Vorstellungsrunde mit den Studierenden, Bridget und Andreas. Teile der deutschen Reisegruppe fanden sich schließlich bei Bier und Softdrinks in der Sommerhütte wieder, wo sie sich unter den Eindrücken des sehr lauten Gottesdienstes (bzw. wohl eher ein Festival) der Kirche nebenan noch in einige Diskussionen verstrickten. Für mich jedenfalls war früh Feierabend, ich ging um 9 ins Bett und versuchte bis 10 Uhr die laute Musik von nebenan auszublenden, die dann endlich ein Ende fand.

Nele

Ende eines wunderbaren Seminars

Die Woche mit den Freiwilligen war so einnehmend und spannend, dass wir kaum noch zum Schreiben gekommen sind.
Wir hatten eine wunderschöne und interessant Zeit gemeinsam. Wir haben viel von einander gelernt und hoffen, dass die Freiwilligen mit guten und hilfreichen Anregungen für die zweite Hälfte ihres Freiwilligenjahres bzw. für die letzen Vorbereitungen vor ihrer Ausreise nach Deutschland wieder auseinander gegangen sind. Für uns alle liegt in den kommenden Monaten eine ereignisreiche Zeit vor uns. Wir vertrauen darauf, dass alle auf diesen Wegen stets von Gott behütet sind.

Einige unserer Highlights der vergangenen Tage:

Besuch bei dem Entwicklungsprojekt von COPFEDES in dem Dorf Sofie

Einfach gemeinsam auf dem Weg sein

Das regelmäßige Deutsch lernen in den frühen Nachmittagsstunden mit der Unterstützung der deutschen Freiwilligen, damit die während des Seminars verpassten Stunden der Deutschkurse am Goethe Institut in Accra und Lomé ausgeglichen werden

Start mit den Süd-Nord Freiwilligen

Nachdem die zukünftigen Süd-Nord Freiwilligen aus Ghana und Togo gestern in Kpalime angekommen sind, hat heute auch ihr Programm zur Vorbereitung auf ihren einjährigen Freiwilligendienst in Deutschland begonnen. So wurde heute über Erwartungen gesprochen und vieles über das Weltwärts Programm gelernt.
Mit einer gemeinsamen Spielrunde mit den Freiwilligen aus allen drei Ländern ist der Tag mit viel Lachen ausgeklungen.

Guter Start des Seminars in Kpalimé.

Schon am Sonntag sind auch die deutschen Freiwilligen aus Ghana gemeinsam mit ihrem Mentor Eric Gle in Kpalimé angekommen.
Vormittags haben wir zunächst ein wenig von der Stadt gesehen: SIM Karten und Geld organisiert und das Kunsthandwerkszentrum besucht. Nachmittags und abends hat dann das Programm begonnen mit dem gegenseitigen Vorstellen der Einsatzstellen in Notse und Ho.
Am gestrigen Dienstag waren dann vor allem Übungen zur interkulturellen Kommunikation und Fragen des Umgangs mit hiesigen Freundschaften und Beziehungen zur Familie und Freunden in Deutschland auf der Tagesordnung.
Am Nachmittag und Abend ist dann die Gruppe weiter gewachsen, als die togoischen und ghanaischen Freiwilligen dazu gekommen sind. Nun sind wir eine Gruppe von 19 Personen, in der vier Sprachen, Deutsch, Englisch, Französisch und Ewe gesprochen wird.